Haushalte zahlten im März um 3,6 % weniger für Energie

Foto: Strommasten

Der Energiepreisindex (EPI) ist im März gegenüber dem Vormonat um 3,6 % gesunken und liegt damit auf dem niedrigstem Wert seit einem Jahr. Der Verbraucherpreisindex (VPI) ist hingegen im Monatsvergleich mit 0,3 % leicht gestiegen.

Wien (OTS) – „Zurückzuführen ist der Rückgang der Energiepreise weiterhin auf die gesunkenen Preise der erdölbasierten Produkte Heizöl, Superbenzin und Diesel, die nicht zuletzt durch Corona und den Krisenzustand am Erdölmarkt deutlich unter Druck geraten sind“, analysiert Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur, und ergänzt: „Treibstoffpreise sind seit Jahreswechsel um fast 10 % gesunken.“
Im Jahresvergleich ist der EPI um 3 % gefallen. Der Verbraucherpreisindex verzeichnet hingegen ein Plus von 1,6 %. In Summe wirken die Energiepreise damit inflationsdämpfend.

Hier finden Sie eine Tabelle mit den Entwicklungen der Energieträger im Monats- und Jahresvergleich.

Internationaler Rohölmarkt in der Krise

Die Preise für die europäische Rohölsorte Brent und die US-Sorte WTI hatten sich Ende März noch kurzzeitig erholt. Im April setzte sich die Talfahrt aber auf den Märkten weiter fort und führte am 20. April zu einem bisher historisch einmaligen Ereignis: Der Preis für die Ölsorte WTI rutschte erstmals in seiner Geschichte ins Minus. Das bedeutet, dass Verkäufer bereit waren, den Abnehmern von Rohöl Geld zu bezahlen. Terminkontrakte für WTI für den Monat Mai fielen zeitweise auf einen Preis von minus 40 Dollar pro Barrel. Ausschlaggebend hierfür war, dass am Dienstag, den 21. April, der Future-Kontrakt für den Monat Mai ausgelaufen ist. Händler, die diese Finanzinstrumente nur spekulativ handeln, haben daher versucht, sie zum Wochenstart zu verkaufen, da ihnen ansonsten eine tatsächliche Lieferung des Öls „gedroht“ hätte. Dafür haben sie hohe Verluste in Kauf genommen. Aus aktueller Perspektive handelt es sich dabei jedoch nur um einen einmaligen Effekt, der sich nicht so schnell wiederholen wird. Die Terminkontrakte für die Sorte WTI ab Juni werden bereits wieder mit positiven Preisen gehandelt.
„Große Auswirkungen auf die heimischen Märkte sind durch diese ungewöhnliche Entwicklung nicht zu erwarten, weil dafür die europäische Sorte Brent entscheidend ist. Aber auch Brent lag mit einem Preis von 9,12 Dollar pro Barrel am 21. April auf seinem historisch tiefsten Wert. Wir gehen daher davon aus, dass die Treibstoffpreise auch in den nächsten Wochen niedrig bleiben werden, schon weil die Nachfrage aufgrund der Corona-Pandemie gering bleibt“, so Traupmann.

Hier finden Sie die Grafik: Preisentwicklung bei Rohöl seit März 2020

Weitere Informationen und die Preisentwicklung der unterschiedlichen Energieträger Mineralöl (Superbenzin, Diesel), leitungsgebundene Energieträger (Strom, Gas, Fernwärme) und feste Brennstoffe (Brennholz und Pellets) im Detail finden Sie hier, diese Webseite bietet interaktive Grafiken.

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