Mehr Regenwaldzerstörung als jemals zuvor für Schweinefleisch

Foto: Regenwald

Über 1.000 Quadratkilometer Regenwald in Südamerika wurden alleine im Juni 2020 zerstört. Jährlich gibt es von dort 500 Millionen Kilo Soja-Importe, dabei seien 90 % des Futters für Schweine genmanipuliert. Das gilt auch für österreichisches Schweinefleisch mit dem AMA-Gütesiegel, sagt Sebastian Bohrn Mena, Initiator des Tierschutzvolksbegehrens.

Wien (OTS) – Im Juni gab es neuen traurigen Rekord bei der Regenwald-Zerstörung. Eine Fläche von 1.034 Quadratkilometer wurde laut INPE in Brasilien alleine in diesem Monat vernichtet, im ersten Halbjahr sind es damit schon über 3.000 Quadratkilometer. Das sind um 25 Prozent mehr als im Vorjahr und somit mehr als jemals zuvor. Gleichzeitig werden aus Südamerika immer noch hunderte Millionen Kilo an Soja jährlich für die heimische Schweinemast importiert, das Fleisch sogar mit dem AMA-Gütesiegel ausgezeichnet. Laut Umweltorganisationen sollen 90 Prozent des Futters für Schweine genmanipuliert sein, auch jene mit AMA-Gütesiegel.

„Der brandgerodete Regenwald landet unerkannt und ungewollt auf unserem Teller – ausgezeichnet mit einem nationalen Gütesiegel, in das massenhaft von unserem Steuergeld fließt. Die Konsumenten haben das Gensoja satt und fordern einen Ausstieg aus den Importen. Die Regierung hat sich dazu bekannt, die Umsetzung wird aber nach wie vor von gewissen Kreisen in der Schweine-Branche und Fleischindustrie blockiert. Wie lange müssen wir noch warten, bis diese Mitschuld an der Vernichtung der grünen Lunge beendet wird?“ so Sebastian Bohrn Mena.

Ein Stopp der Verfütterung von genmanipuliertem Soja und jenem aus dem Regenwald ist eine zentrale Forderung im Programm des Volksbegehrens. Mit einer Änderung des AMA-Gesetzes, wie zuletzt auch von der Arbeiterkammer beschlossen, würde man hier einen großen Schritt vorwärtskommen. In der Vergangenheit gab es auch von den Grünen entsprechende parlamentarische Anträge, umso größer ist die Hoffnung darauf, dass mit ihrer Regierungsbeteiligung nun der Ausstieg aus dem Gen-Soja endlich eingeläutet wird.

„In Zeiten von Klimakrise und Artensterben ist es völlig absurd, dass wir mit staatlichen Instrumenten die Vernichtung des Regenwalds fördern. Solange das genmanipulierte Soja im AMA-Schweinefleisch steckt, solange sind wir Mittäter an diesem ökologischen Raubbau. Noch unsere Kinder und Enkelkinder werden den hohen Preis für das billige Fleisch zahlen müssen. Ich appelliere daher dringend an Volkspartei und Grüne, jetzt rasch einen Fahrplan für den kompletten Ausstieg vorzulegen“ so Bohrn Mena abschließend.

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