Klimakonferenz: Ungebremst in den Abgrund

Foto: Klimawandel

Die Klimakonferenz in Ägypten ist zu Ende gegangen. Echte Ergebnisse erbrachte der Gipfel nicht, es geht weiter in Richtung Abgrund. Wieder einmal hat sich die Wirtschaft durchgesetzt. Und genau das ist der falsche Weg!
Kommentar: Peter Nestler, Herausgeber UMWELT JOURNAL Die soeben zu Ende gegangene Weltklimakonferenz in Ägypten hat keinen Erfolg gebracht. Stattdessen verloren sich die Delegierten in Nebenschauplätzen. Dass ehemalige oder aktuelle Verursacher Ausgleichszahlungen für Klimaschäden leisten sollen, bringt nämlich dem Klima rein gar nichts. Zudem können auch die Empfängerländer dieser angedachten finanziellen Hilfen nicht aus der Pflicht genommen werden. In der Regel werden dort qualitativ noch intensivere Klimaschäden hervorgerufen.

Ein laues Bekenntnis gab es zur Energieproduktion: Die knapp 200 Staaten wollen schrittweise aus Kohle aussteigen, ein Abschied aus Öl und Gas fehlt hingegen zur Gänze. Gerade China ist auf dem Weg zum größten CO2-Verursacher der Welt und will auch weiterhin Kohlekraftwerke neu bauen, vom Einsatz von Atomkraft ganz zu schweigen. Der gerade herrschende Boom bei Elektromobilität in Europa liefert dazu übrigens einen signifikanten und stark steigenden Beitrag.

Die wenigsten Staaten hatten sich bislang an die Vereinbarungen im Kyoto-Protokoll gehalten. Die Klimakonferenz in Ägypten hat de facto nichts, woran man sich halten müsste. In Sachen Klimapolitik ist den Nationen insgesamt durchwegs ein komplettes Versagen zu attestieren. Europa ist zwar etwas auf die Bremse gestiegen. Auch hier sind aber klare Einschnitte nicht erkennbar. Ohne diese wird es aber nicht gehen, das heißt: Es müssen gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, um Klimaschutz zu erzwingen.

In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass ich selbst in der aktuellen Energiekrise kaum Sparwillen erkennen kann, an vielen Stellen weder beim Heizen noch bei Beleuchtung, Verkehr und überall dort, wo es Reduktion braucht. Denn die Dinge anders zu machen, hilft in vielen Fällen nicht weiter. Weniger ist mehr, muss die Devise lauten!

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