Neuer Öko-Burger von McDonalds reist 10.000 Kilometer weit

Foto: McDonalds

Eine Anfrage von oekoreich zeigt, dass Zutaten des neuen Öko-Burgers McPlant von McDonalds aus USA, Kanada, Frankreich & Niederlanden stammen. Die Bürgerinitiative fordert erneut Herkunftskennzeichnungen in der Gastronomie.

In den vergangenen Wochen ist man den großflächigen Plakaten von McDonalds wohl kaum entkommen – das ganze Land war mit der Werbung für den „McPlant“ überzogen. Mit dem neuen Veggie-Burger möchte der Konzern ein Angebot für die öko-affine Zielgruppe schaffen. Doch wie ökologisch ist der Burger wirklich? Eine Anfrage von oekoreich zeigt nun, welchen teils extrem langen Weg die einzelnen Zutaten zurücklegen.

Den Auskünften des Konzerns zufolge stammt das Erbsenprotein für das Patty, die Grundbasis des Burgers, aus den USA. Die Gewürze kommen unter anderem aus Kanada. Das Patty selbst wird in Holland gefertigt und dann wohl tiefgekühlt nach Österreich gebracht. Den Berechnungen von oekoreich zufolge dürfte ein Burger damit bis zu 10.000 Kilometer hinter sich gebracht haben, wenn er bei uns im Karton über den Tresen geht.

Burger-Gigant wirbt offensiv mit Regionalität

McDonalds wirbt sehr intensiv mit den regionalen Bezugsquellen für seine Produkte. Mit einem Umsatz von über 700 Millionen Euro und über 400.000 Gästen pro Jahr ist der Konzern auch in Österreich ein maßgeblicher Faktor der Gastronomie. Dass Konsument*innen nicht auf einen Blick erfahren, dass der „McPlant“ in Wahrheit ein „McImport“ ist, wird von der Bürgerinitiative scharf kritisiert:

Wer so intensiv mit Nachhaltigkeit wirbt wie McDonalds, sollte die Karten offenlegen. Wie ökologisch ist ein Burger, der 10.000 Kilometer zurücklegt? Wieso erfahren Konsument*innen das erst auf Rückfrage? Dieser Fall zeigt mal wieder, wieso es auch in der Gastronomie so dringend eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung braucht. Nur so erreichen wir bewussten Konsum“ sagt Sebastian Bohrn Mena, Sprecher der Bürgerinitiative oekoreich.

oekoreich setzt sich als Nachfolge-Initiative des erfolgreichen Tierschutzvolksbegehrens im Auftrag von über 416.000 Menschen für eine verpflichtende Kennzeichnung von Lebensmitteln ein, auch in der Gastronomie. Diese wird bislang von der Wirtschaftskammer blockiert, ein Verordnungsentwurf des Gesundheitsministers liegt bereits seit Wochen im Wirtschaftsministerium und harrt der Freigabe.

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