Erneuerbare Energie gewinnt bei EVN an Bedeutung

Foto: Windparks

Niederösterreichs Landesenergieversorger EVN baut seine Strom- und Wärmeproduktion aus den erneuerbaren Energieträgern Wasser- und Windkraft, Photovoltaik und Biomasse weiter aus. Während der Anteil der Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie an der Gesamtproduktionsmenge im Vorjahr noch bei 39,8 Prozent gelegen war, macht er in diesem Jahr bereits 53,8 Prozent aus. Diese Zahlen gibt die EVN AG bei der Vorlage der Halbjahresbilanz über den bisherigen Verlauf des Geschäftsjahres 2019/20 (1. Oktober 2019 bis 31. März 2020) bekannt.

Zwar köcheln aufgrund der Corona-Krise manche geplanten Projekte momentan nur auf Sparflamme, nichtsdestotrotz hält das Unternehmen an der konsequenten Umsetzung seiner Investitionsstrategie fest. So errichtet die EVN zurzeit in Kettlasbrunn bei Mistelbach einen Windpark mit einer installierten Leistung von 8,4 Megawatt, der noch vor Jahresende 2020 in Betrieb gehen soll. „Beim Ausbau unserer Windkraftanlagen peilen wir die 500 Megawatt-Marke an“, sagt Vorstandssprecher Stefan Szyszkowitz.

Um die Trinkwasserversorgung im Waldviertel langfristig abzusichern, investiert EVN-Wasser – ein Tochterunternehmen der EVN AG – 35 Millionen Euro in den Bau einer 60 Kilometer Transportleitung von Krems nach Zwettl. Dieses wichtige Infrastrukturprojekt, das schon im Laufen ist, soll innerhalb der nächsten zwei Jahre abgeschlossen werden. Mit 580.000 Abnehmern ist EVN Wasser der größte Wasserversorger Niederösterreichs und der zweitgrößte Österreichs nach Wiener Wasser.

Die EVN AG hat das Ende März abgelaufene Geschäftshalbjahr 2019/20 mit einem Anstieg des Konzernergebnisses um 18,4 Prozent auf 152,7 Millionen Euro abgeschlossen. Auch das Operative Ergebnis (EBIT) ist um 16,5 Prozent auf 230,7 Millionen Euro gewachsen. Die Umsatzerlöse hingegen sind um 4,2 Prozent auf rund 1,19 Milliarden Euro zurückgegangen.

Entwicklungen im Energie- und Umweltgeschäft
Energiegeschäft
Die Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie lag im Berichtszeitraum mit 1.155 GWh um 2,4 % unter dem Vorjahresniveau. Zwar konnte die EVN ihre Windkrafterzeugung trotz geringeren Winddargebots dank der Inbetriebnahme neuer Windkraftanlagen im Vorjahr steigern; das Wasserdargebot lag jedoch unter dem Vorjahresniveau.
 
Die Stromerzeugung aus Wärmekraftwerken verzeichnete einen deutlichen Rückgang um 44,7 %, da der Einsatz des thermischen Kraftwerks Theiß zur Netzstabilisierung unter dem Vorjahreswert lag, und die Stromerzeugung aus Steinkohle im Kraftwerk Dürnrohr im Vorjahr beendet worden war.
 
Umwelt- und Wassergeschäft
Im ersten Halbjahr 2019/20 konnte die EVN neuerlich einen Anstieg des Trinkwasserabsatzes in der überregionalen Versorgung und im Endkundenbereich verzeichnen. Vor diesem Hintergrund und zur Gewährleistung der Trinkwasserversorgung in höchster Qualität setzt die EVN auf die Errichtung neuer sowie die Verstärkung bestehender Transportleitungen. Ein Großprojekt ist dabei der Bau einer neuen, 60 km langen Transportleitung von Krems bis Zwettl.
 
Im internationalen Projektgeschäft war die für dieses Geschäftsfeld zuständige Tochtergesellschaft WTE Wassertechnik zum Stichtag 31. März 2020 mit der Umsetzung von insgesamt neun Projekten in Bahrain, Kroatien, Kuwait, Litauen, Rumänien und Polen befasst.
 
Im Bereich der thermischen Klärschlammverwertung verzeichnete die sludge2energy, ein 50:50 Joint-Venture der WTE Wassertechnik, einen Erfolg. Im Februar 2020 erhielt das Unternehmen den Zuschlag zur Errichtung einer thermischen Klärschlammverwertungsanlage in Hannover. Die Anlage mit einer Kapazität zur Behandlung von 130.000 t entwässertem Klärschlamm pro Jahr soll Ende 2022 in Betrieb gehen, das Auftragsvolumen beträgt rund 40 Mio. Euro.

Mittelfristiger Investitionsplan
Die EVN arbeitet weiterhin an der konsequenten Umsetzung ihrer Investitionsstrategie mit den Schwerpunkten Netzinfrastruktur, erneuerbare Erzeugung, Naturwärme und Trinkwasserversorgung in Niederösterreich. Die staatlich verordneten Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung der Covid-19-Pandemie führen vereinzelt zu Verzögerungen bei Bauvorhaben.
 
Im Bereich der erneuerbaren Erzeugung setzt die EVN den Windkraftausbau in Richtung der angestrebten 500 MW fort und errichtet aktuell einen Windpark in Kettlasbrunn mit einer installierten Leistung von 8,4 MW; die Inbetriebnahme ist bis Jahresende 2020 geplant. Zudem prüft die EVN auch die Realisierbarkeit von großflächigen Photovoltaik-Anlagen in ihren Versorgungsgebieten. Im Bereich Stromnetze leisten die Investitionen einen wesentlichen Beitrag zu Versorgungssicherheit und -qualität. Ein zusätzlicher Investitionszyklus beginnt hier aktuell auch durch die Ausrollung der Smart Meter in Niederösterreich.

Gesenkter Ausblick für das Geschäftsjahr 2019/20
Wie am 29. April 2020 ad-hoc gemeldet, erwartet die EVN unter der Annahme durchschnittlicher energiewirtschaftlicher Rahmenbedingungen im zweiten Halbjahr für das Geschäftsjahr 2019/20 ein Konzernergebnis in einer Bandbreite von 180 bis 200 Mio. Euro (bisher 200 bis 230 Mio. Euro). Gründe für die Senkung des Ausblicks waren Auswirkungen der Covid-19-Pandemie (Verzögerung des Baubeginns beim Abwasserprojekt in Kuwait und die erwähnten Wertminderungen).

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