Entsorgungsbranche sichert Recyclingkreislauf in Österreich

Foto: Hodecek, Juely © VEFB

Österreichs Abfallwirtschaft ist eine vernetzt denkende, innovationsfreudige und hoch qualifizierte Dienstleistungsbranche, die mit modernsten Technologien arbeitet. Dementsprechend breit war die Themenpalette bei einem Arbeitsgespräch von Harald Höpperger, WKÖ-Fachverbandsobmann Entsorgungs- und Ressourcenmanagement, und Peter Hodecek, Obmann des V.EFB (Verein zur Verleihung des Zertifikates eines Entsorgungsfachbetriebes) mit Bundesministerin Leonore Gewessler. Im Fokus stand unter anderem der neue Lehrberuf Entsorgungs- und Recyclingfachkraft. Branchensprecher Höpperger: „Die Verantwortung von Unternehmen gegenüber der Umwelt wächst kontinuierlich. Es gibt immer umfangreichere gesetzliche Rahmenbedingungen im Bereich der Abfallentsorgung. Diese verschärften legislativen Anforderungen erfordern zusätzliches Wissen und qualifizierte MitarbeiterInnen. Ein Job im systemrelevanten Wirtschaftsbereich des Entsorgungs- und Ressourcenmanagements gilt deshalb als zukunftssicher. Der neue 3 jährige seit Mai 2021 bestehende Lehrberuf wurde eigens auf die aktuellen und künftigen Herausforderungen der Kreislaufwirtschaft abgestellt. Mit dieser Lehre streben junge Menschen eine verantwortungsvolle Karriere an.“

Zukunftsfähige Kreislaufwirtschaft sichern

Außerdem thematisierte Höpperger die wichtigen Beiträge seiner mehr als 6.000 WKÖ-Mitgliedsbetriebe für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft: „Die Entsorgungs- und Recyclingbetriebe liefern qualitätsgesicherte Sekundärrohstoffe. Um dies weiterhin gewährleisten zu können, braucht die Branche eine Verordnung über den Einsatz von Rezyklaten bei Neuprodukten.“ Für eine zukunftsfähige Kreislaufwirtschaft ist nicht nur der Erhöhung der Sammel- und Recyclingquoten notwendig, sondern auch die Rückführung der Sekundärrohstoffe in den Wirtschaftskreislauf. „Wir müssen verstärkt in die Nutzung der gewonnenen Sekundärprodukte kommen. Nur so können der Öko-Kreislauf nachhaltig geschlossen und die CO2-Emissionen dauerhaft reduziert werden“, betont Höpperger.

Höhere Akzeptanz von aufbereiteten Rohstoffen

Dabei hat die Branche eine Schlüsselrolle, so der WKÖ-Fachverbandsobmann: „Vorbildfunktion und Verantwortung ist bei den privaten Unternehmen der Entsorgungswirtschaft äußerst ausgeprägt. Politische Vorgaben werden als Ansporn und Herausforderung gesehen. Wir versuchen, in Kooperation mit Wissenschaft und Technik auf die Recyclingfähigkeit der Ressourcen positiv einzuwirken. Deshalb wäre eine höhere Akzeptanz und ein verstärkter Einsatz der aufbereiteten Rohstoffe in manchen Bereichen wünschenswert“.

Honorierung von EFB plus zertifizierten Betrieben gefordert

V.EFB-Obmann Hodecek betonte die Bedeutung der EFB plus-Zertifizierung für die Branche: „Die Anforderungen für eine EFB plus-Verleihung sind speziell für Unternehmen der Abfallwirtschaft und Recyclingbranche abgestimmt. Seit der Novelle des Umweltmanagementgesetzes ist diese Zertifizierung einer EMAS-Zertifizierung rechtlich gleichgestellt“.

Aktuell gibt es mehr als 100 EFB plus-Betriebe mit mehr als 200 Standorten in Österreich. Unter anderem werden folgende Bereiche laufend überprüft: Betriebsorganisation, rechtliche Compliance, personelle Ausstattung, Betriebstagebuch, Versicherungsschutz, Zuverlässigkeit des Betriebinhabers oder die Aus- und Weiterbildung der verantwortlichen Personen.

Der Verein zur Verleihung des Zertifikates eines Entsorgungsfachbetriebes (V.EFB) ist eine privatrechtliche, unabhängige Organisation, die seit 1999 in Österreich das Zertifikat „Entsorgungsfachbetrieb“ verleiht. Die zuständige Bundesministerin sicherte im Arbeitsgespräch ihre Unterstützung für die Verbreitung und besseren Unterstützung der EFB plus zertifizierten Betriebe zu. (PWK646/PM)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ)
DMC – Data & Media Center
Pressestelle
Wirtschaftskammer Österreich
T 0590 900 – 4462
E DMC_PR@wko.at

Aktuelle News aus der Wirtschaft für die Wirtschaft – http://news.wko.at/oe

Ähnliche Beiträge