Bio-Landwirtschaft erhöht Krisenfestigkeit der Lebensmittelversorgung

Foto: Bio-Lebensmittel

Eine Analyse der Universität für Bodenkultur zeigt die zentrale Rolle für biologische Landwirtschaft bei der Absicherung der Lebensmittelversorgung gegenüber künftigen Herausforderungen.

Wien (OTS) – Ein aktuelles Diskussionspapier vom Zentrum für Globalen Wandel und Nachhaltigkeit an der Universität für Bodenkultur (BOKU) im Auftrag von Greenpeace zeigt bestehende Risiken der Lebensmittelversorgung auf und entwirft Lösungsansätze, welche die Krisensicherheit stärken könnten. Letztere enthalten unter anderem die klare Empfehlung, die Bio-Landwirtschaft in Österreich weiter zu stärken und auszubauen. Eine Zielsetzung, die ebenfalls im aktuellen Regierungsprogramm festgehalten ist, wo die Bio-Landwirtschaft als wesentliches Instrument zur Erreichung der Pariser Klimaziele bezeichnet wird und der kontinuierliche Ausbau der biologischen Landwirtschaft im Strategieplan zur Gemeinsamen Agrarpolitik verankert ist.

BIO AUSTRIA-Obfrau Gertraud Grabmann hält dazu fest: „Die vergangenen Monate haben gezeigt, wie verwundbar lebensnotwendige Systeme in unterschiedlichen Bereichen sein können. Was wir aus der Krise also mitnehmen können, ist die Einsicht, dass wir die Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion gegenüber zukünftigen – auch ökologischen – Krisen, allen voran der Klimakrise, stärken müssen. Die Analyse der BOKU zeigt auf, dass Bio-Landwirtschaft wesentlicher Teil einer Lösungsstrategie ist.“

Die Klimakrise stellt schon heute durch eine Zunahme von extremen Wetterereignissen die Landwirtschaft vor große Herausforderungen. Jüngste Beispiele dafür sind zu erwartende Ernteausfälle im Getreidebereich durch die lange anhaltende Trockenheit in Ostösterreich sowie verbreitete Schäden bei Obstkulturen durch Spätfrost, etwa in Teilen der Steiermark und Niederösterreichs. „Auch in diesem Zusammenhang ist es notwendig, die Resilienz der Produktionssysteme zu stärken. Dazu gehört elementar, auf den Erhalt fruchtbarer Böden, sowie auf Biodiversität und Ökosysteme zu achten. Denn dies sind die Grundlagen, die uns dabei helfen werden, künftige Krisen zu bewältigen“, so Grabmann.

Auch die Europäische Kommission sieht in der Stärkung der Bio-Landwirtschaft einen wesentlichen Baustein zur Krisenfestigkeit und Ökologisierung der Lebensmittelversorgung in Europa. Ihre vor wenigen Wochen präsentierte Strategie zur Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion „From Farm to Fork“ enthält daher unter anderem das Ziel, die Bio-Landwirtschaft in Europa deutlich auszubauen, bis 2030 auf 25 Prozent der Fläche. Dies kommt nicht von ungefähr, trägt doch der biologische Landbau durch seine nachhaltige Wirtschaftsweise zum Klimaschutz und zum Erhalt und Ausbau der Biodiversität bei.

„Österreich ist mit einem international hohen Anteil an Bio-Landwirtschaft auf einem guten Weg. Diesen Weg gilt es auch durch eine entsprechende Schwerpunktsetzung in der nationalen Umsetzung der kommenden Periode der Gemeinsamen Agrarpolitik weiter zu stärken“, betont Grabmann abschließend.

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