Forstgesetz in Österreich soll klimafit gemacht werden

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Bereits vor fast 200 Jahren wurde der Gesellschaft bewusst, wie sehr man den Schutz des Waldes braucht, um vor Naturkatastrophen gewappnet zu sein. Der Bergbau und die Industrialisierung hatten zu einer wahren Dezimierung der heimischen Wälder geführt. Die Folgen waren verheerende Hochwasserkatastrophen, die sowohl an Intensität als auch an Häufigkeit seit Beginn des 19. Jahrhunderts ständig zunahmen. Mit der Wahrnehmung seiner Bedeutung hinsichtlich Klima und Schutz rückte der Wald auch zunehmend in den Mittelpunkt des Interesses einer breiten Öffentlichkeit. Das erstmals im ganzen Land gültige Reichsforstgesetz vom 3. Dezember 1852, das am 1. Januar 1853 in Kraft trat, brachte schließlich einen Wendepunkt in der Geschichte der österreichischen Forstverfassung. Das Gesetz regelte nahezu sämtliche Fragen des Waldeigentums und seiner Bewirtschaftung, die Rolle der Schutzwälder bis hin zur Überwachung der Waldbewirtschaftung durch die politischen Behörden. Der grundlegende Gedanke und das vorrangige Ziel dieses Gesetzes waren die Erhaltung und der Schutz des Waldes.

Daran hat sich auch 170 Jahre später kaum etwas geändert. Der Schutz der heimischen Wälder, damit sie ihre vielfältigen Funktionen für die Gesellschaft wahrnehmen können, ist heute genauso wichtig wie damals. Der Wald ist nicht nur die Quelle des erneuerbaren Werk- und Rohstoffes Holz, ein begehrter Freizeitort für viele Menschen und gleichzeitig Naturraum für viele Arten, er fungiert auch als Schutz gegen Naturkatastrophen und nimmt eine maßgebliche Rolle im Kampf gegen den Klimawandel ein. Gerade in den letzten Jahren, die von den vielfältigen Herausforderungen für unsere Gesellschaft, unser Land und unseren Planeten geprägt waren, hat sich gezeigt, wie wichtig der Erhalt dieser multifunktionalen Waldleistungen ist.

Eine nachhaltige Waldbewirtschaftung, die in Generationen und nicht an kurzfristigen Profit denkt, prägt seit jeher das Denken und Handeln der österreichischen Waldbesitzer. Das österreichische Forstgesetz, das eines der strengsten weltweit ist, unterstützt seit nunmehr 170 Jahren tagtäglich diese Bemühungen. Und angesichts von Klima- und Energiekrise erscheint es mehr als notwendig, dass dieses Gesetz auch in den nächsten Generationen seine Gültigkeit bewahrt“, betont Felix Montecuccoli, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich. „Rufe und Bestrebungen verschiedener Parteien und Organisationen, den Wald außer Nutzung zu stellen, würden jedoch einer nachhaltigen und ökologischen Bewirtschaftung einen Riegel vorschieben und all die wertvollen Funktionen des Waldes mittel- und langfristig außer Kraft setzen“, warnt Montecuccoli abschließend.

Die Land&Forst Betriebe Österreich sind die freiwillige Vereinigung österreichischer Landbewirtschafter, mit der Zielsetzung, Österreichs Wälder und Felder als betriebliche Grundlage und gesellschaftlichen Mehrwert zu erhalten und Bewusstsein für die Anliegen privater land- und forstwirtschaftlicher Betriebe und deren Tätigkeit zu schaffen. Die Mitgliedsbetriebe der Land&Forst Betriebe Österreich bewirtschaften zusammen mehr als ein Viertel des österreichischen Waldes und produzieren jede fünfte Tonne des österreichischen Getreides.

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