Die Welt von morgen Mikroplastik-frei machen

Foto: Mikroplastik in Sedimenten by Martin Wagner

Das bündnis mikroplastikfrei, ein Zusammenschluss aus Wissenschaft, Industrie und Kommunen, will den Mikroplastikanteil in der Natur drastisch reduzieren. Dabei stehen die Entwicklung abbaubarer Materialien und Packstoffe für gewisse Anwendungsbereiche und die Substitution von Einwegmaterialien im Fokus.

„Der Aktionsplan Mikroplastik, den BM Leonore Gewessler heute präsentiert hat, ist eine wesentliche Grundlage in unserem Kampf, unsere Umwelt vom drastisch wachsenden Mikroplastik-Eintrag in unserer Natur zu befreien“, sagt Hubert Seiringer, Präsident des bündnis mikroplastikfrei. Namhafte wissenschaftliche Einrichtungen, Kommunen und Unternehmen beteiligen sich darin an der Entwicklung und Umstellung auf Material-Alternativen zu Kunststoff. Bündnis-Partner sind das Land Niederösterreich, die Unternehmen BASF, Novamont, Unverpackt Austria, maxwater, Haubi’s, Purency, DIN CERTCO, Joro Verde uva. Die Universität Wien, die Universität für Bodenkultur und die FH Campus Wien begleiten die Bündnis-Partner wissenschaftlich.

Clean Danube-Day – der „schwimmende Professor“ analysiert den Mikroplastikanteil der Donau auf 2.700 km

Unterstützt werden die Bestrebungen zur drastischen Verringerung von Mikroplastik in der Natur von Prof. Andreas Fath, Chemiker an der Universität Furtwangen. Er durchschwimmt im heurigen Frühling die gesamte Donau auf ihren 2.700 km und analysiert deren Mikroplastik-Gehalt. Heute, am 6. Mai durchschwimmt er im Rahmen des „Clean Danube-Day“ den Donaukanal und wird seine Wasseranalysen am Nachmittag in Workshops Schüler:innen und Studierenden präsentieren, gemeinsam mit seinen Projekt-Partnern der Universität Wien sowie der Umweltschutz-organisation AWP (Association for Wildlife Protection). „Ich bin nicht nur Forschender, sondern auch Lehrender und kläre über den Status Quo und die Folgen dieser Verschmutzung auf. Gleichzeitig möchte ich auch ein Bewusstsein für die Vermeidung von Mikroplastik und Plastik in unserer Umwelt schaffen“, sagt Andreas Fath.

Stadt Wien gegen Mikroplastik

Auch die Stadt Wien engagiert sich für eine Mikroplastik-freie Umwelt. Jürgen Czernohorszky, amtsführender Wiener Stadtrat für Umwelt und Klima dazu: „Zu einem sauberen Wien, wo wir der Natur unbeeinflussten Raum geben, gehört auch eine saubere Donau. Deshalb unterstützen wir das Clean-Danube-Projekt und das bündnis mikroplastikfrei. In unseren landwirtschaftlichen Betrieben, die Stadt Wien ist einer der größten Forstbetriebe Österreichs, werden wir ab 2023 nur mehr abbaubare Materialien als Hilfsmittel (Schnüre, Pflanzhüllen etc.) in unseren Weingärten, Wäldern und Äckern einsetzen.”

bündnis mikroplastikfrei – Umweltverschmutzung durch Kunststoffe eindämmen

5 Millimeter bis 0,001 mm kleine Plastikteile lassen sich heute überall nachweisen: in der Luft, auf Gletschern, in Böden, im Wasser und mittlerweile auch im menschlichen Körper. “Konventionelle Kunststoffe verbleiben im Boden und reichern sich mit jeder weiteren Freisetzung an. Zwar werden die Teilchen mit der Zeit kleiner, doch ein biologischer Abbau findet nicht statt – auch nicht nach hunderten oder tausenden Jahren. Was genau diese Plastikreste im Boden bewirken, ist weitgehend unklar, es ist aber abzusehen, dass es kein positiver Beitrag zur Bodenfruchtbarkeit oder -stabilität ist.”, sagt Frau Dr. Ines Fritz von der Universität für Bodenkultur (IFA) und Mitglied des wissenschaftlichen Fachbeirats des bündnis mikroplastikfrei. Um das Problem in den Griff zu bekommen, arbeitet das bündnis mikroplastikfrei an einer großen Materialumstellung für viele Anwendungsbereiche wo hohes Risiko besteht, Kunststoffteile direkt – oder indirekt – in die Umwelt freizusetzen: von konventionellen, langlebigen Kunststoffen zu neuen Materialien, die kein über hunderte Jahre verbleibendes Mikroplastik zurücklassen.

https://www.mikroplastikfrei.at
https://www.cleandanube.org

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