Erneuerbaren-Wärme-Gesetz (EWG) belastet Haushalte

Foto: Heizen

Im Zuge der Dekarbonisierung, die die Staaten im Pariser Klimaschutzabkommen vereinbart haben, soll es zum Abbau der fossilen Energieträger kommen. Ein Verbot von Ölkesseln, wie es im Erneuerbaren-Wärme-Gesetz (EWG) vorgesehen ist, ist ein Eingriff in das Eigentumsrecht von Verbrauchern und unterliegt daher bestimmten Grundsätzen. “Unter dem Deckmantel von Energie- und Klimaschutz kommt es zu einer offensichtlichen Benachteiligung des Energieträgers Heizöl. Das Erneuerbaren-Wärme-Gesetz kommt in dieser Form einer Eigentumsenteignung der Verbraucher gleich“, kritisiert IWO Geschäftsführer Martin Reichard das vom Klimaministerium gestern angekündigte „Erneuerbaren-Wärme-Gesetz“.

Die Begutachtungsphase wird das IWO Österreich – Sprachrohr der Ölheizungsbesitzer in Österreich – nutzen, um erneut für die Berücksichtigung von folgenden Punkten zu plädieren:
– die Berücksichtigung von sozialen Härtefällen und Definition von Ausnahmefällen
– Technologieoffenheit gegenüber allen Energieträgern
– ein ausgewogener Energieträgermix aus leitungsgebundenen und nicht leitungsgebundenen Energieträgern
– die Anerkennung der Bedeutung von flüssigen Energieträgern für die Versorgungssicherheit in Österreich (Pufferfunktion).

Soziale Gerechtigkeit

Eine Zwangsumstellung der rund 600.000 Ölheizungen auf Alternativen bis 2035 würde Gesamtkosten in der Höhe von 15 Mrd. EUR verursachen. Kosten, die auf die Verbraucher und alle Steuerzahler abgewälzt werden würden. Angekündigte Fördermodelle für den Ausstieg aus Öl klingen nur auf den ersten Blick attraktiv. Sieht man genauer hin und kalkuliert die Gesamtinvestitionskosten eines Energieträgerwechsels, wird schnell offensichtlich, dass neben den reinen Austauschkosten für das Gerät noch Entsorgungskosten für das Altgerät, sowie Kosten für etwaige bauliche Maßnahmen anfallen können. Für viele Haushalte ist der Umstieg auf Alternativen nicht umsetzbar – nicht nur aus finanziellen Gründen, sondern auch aus Platzgründen oder weil Alternativen an ihrem Standort einfach nicht verfügbar sind.

Klares “Ja” zur Ölheizung

Der Großteil der Ölheizungsbesitzer sieht derzeit ohnehin keinen Veränderungsbedarf beim Heizen. In einer kürzlich durchgeführten IWO Energie-Umfrage (Juni 2022) gaben 80 % der befragten Ölheizungshaushalte an, mit ihrer Ölheizung sehr zufrieden zu sein. Trotz der unsicheren Versorgungslage und den politischen Disputen hat sich der Zufriedenheitswert der Ölheizungsbesitzerinnen im Vergleich zu früheren Umfrageergebnissen nicht verändert. Für IWO Geschäftsführer Martin Reichard ist das ein klares Zeugnis für die Ölheizung: „Das Vertrauen der Verbraucher in ihre Wärmeversorgung ist durch die aktuelle Krise ungetrübt groß. Kaum ein Befragter will den Energieträger wechseln.“

Innovation als Schlüssel zur Energiewende

Die Energiewende kann nur dann gelingen, wenn alle Energieträger ihren Beitrag leisten dürfen. “Ein ausgewogener Energieträgermix mit klimafreundlichen Flüssig-Brennstoffen ist der Grundpfeiler für eine langfristig gesicherte, krisenfeste und vom Import unabhängige Energieversorgung.”, betont Reichard.

Sicher versorgt – heute und morgen

Zu einer sicheren Wärmeversorgung zählen heute noch fossile Brennstoffe, die bereits jahrzehntelang einen beständigen und wertvollen Beitrag zur Energieversorgung Österreichs geleistet haben. Durch die Entwicklung von klimafreundlichen Flüssig-Brennstoffen bekommt der Raumwärmemarkt in Zukunft eine erneuerbare Perspektive. Rund 95 Prozent der kürzlich befragten Ölheizungshaushalte würden einen neuen CO2-neutralen Brennstoff in ihrer bestehenden Anlage einsetzen. Der Hauptgrund dafür: die Möglichkeit, die bestehende Heizungsanlage weiterzuverwenden. „Das setzt Forschungs- und Entwicklungsgeist voraus, den der Raumwärmemarkt liefern wird; dazu brauchen wir jedoch begünstigende strukturelle und rechtliche Rahmenbedingungen.“, resümiert Reichard.

Über das IWO

Das IWO ist die Interessensvertretung für flüssige Energie in Österreich. Seine Aufgaben sind das Aufzeigen der Notwendigkeit und die Unterstützung der Verwendung von Heizsystemen, die mit flüssigen Brennstoffen betrieben werden, die Forschung und Entwicklung von fortschrittlichen flüssigen Brennstoffen und die Mitgestaltung des Weges von fossilen Brenn- und Kraftstoffen zu Flüssig-Brennstoffen aus erneuerbaren Quellen.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Martin Reichard
Geschäftsführer
IWO Österreich
A – 1020 Wien, Untere Donaustr. 13-15/3.OG
Tel: +43 1/710 68 99-35
E-Mail: martin.reichard@iwo-austria.at
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