„Wien-Süd“: Verantwortung in Zeiten der Klimakrise

Extreme Klimaereignisse dienen als Weckruf, für die Politik, Stadt- und Raumplanung sowie auch den sozialen Wohnbau, ihren Beitrag zu leisten. Die Wohnbaugenossenschaft „Wien-Süd“ verfolgt seit langem Konzepte, die dieses wesentliche Thema aufgreifen und zeigt, wie sich sozialer Wohnbau und ökologische Aspekte vereinbaren lassen. Gemeinsam mit Institutionen wie der Universität für Bodenkultur (BOKU) werden Projekte konzipiert und umgesetzt, die die Vorteile von Grünraumgestaltung im Dachbereich über Urban Gardening bis hin zu vertikaler Begrünung deutlich machen. Durch diese wissenschaftliche Begleitung werden neue Erkenntnisse gewonnen, auf die der soziale Wohnbau der Zukunft aufbaut.

Sozialer Wohnbau ist ein wesentlicher Bestandteil des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Demensprechend ist eine zentrale Anforderung, dass er auf Rahmenbedingungen – seien es gesellschaftliche, politische oder ökologische – einzugehen hat. Der gemeinnützigen Bau- und Wohnungsgenossenschaft „Wien-Süd“ gelingt es mit innovativen und nachhaltigen Strategien ihren Beitrag zu klimafittem und sozialem Wohnbau zu liefern und dabei eine Vorreiterrolle einzunehmen. Durch Konzepte wie Grünraumgestaltung im Dachbereich, auch in Form von Urban Gardening oder vertikaler Begrünung ihrer Wohnhausanlagen begegnet sie aktiv dem Klimawandel und seinen Phänomenen wie Hitze- und Dürreperioden oder auch verheerenden Starkregenereignissen. Speziell durch die Kooperation mit Institutionen wie der Universität für Bodenkultur (BOKU), der Donauuniversität Krems oder privaten Institutionen wie „GRÜNSTATTGRAU“ werden Wohnbauprojekte der „Wien-Süd“ auf eine neue Ebene gestellt: Durch wissenschaftliche Begleitung werden neue Erkenntnisse gewonnen, auf denen sozialer Wohnbau der Zukunft aufbauen kann.

Zukunftsprojekte: Vertikale Begrünung und Urban Gardening

Bereits in den 1980er Jahren begann die „Wien-Süd“ das Thema nachhaltigen und ökologisch verträglichen Wohnbau in die gemeinnützige Bau- und Wohnungswirtschaft hineinzutragen. Damit war und ist sie jene gemeinnützige Bau- und Wohnungsgenossenschaft, die einen maßgeblichen Teil dazu beigetragen hat, dass Innovation auf diesem Gebiet neue Maßstäbe setzt. Mit zahlreichen Vorzeigeprojekten gelingt es der „Wien-Süd“, merkbare Verbesserungen für die MieterInnen zu schaffen. Jüngstes Beispiel dafür ist etwa die Wohnhausanlage in der „Biotope City Wienerberg“, – sie ist auch Bestandteil der Internationalen Bauausstellung 2022 – mit der dort umgesetzten modellierten Ausgestaltung des Dachbereichs sowie der üppigen vertikalen Fassadenbegrünung in Form von dafür balkonseitig vorgesehenen Pflanztrögen. Bereits davor wurden in Wohnhausanlagen wie dem Wohnquartier „In der Wiesen Süd“, in der Wittmayergasse, der Lastenstraße oder auch der „Ottilie-Bondy-Promenade“ und den „Mellergründen“ Konzepte in diese Richtung verwirklicht, dazu zählen auch die üppige Freiraumgestaltung und die Begrünung zwischen den Gebäuden. Sinn all dieser Maßnahmen ist es, Stadtquartiere zu renaturieren und damit messbaren Einfluss auf das Mikroklima zu nehmen. Ein zweiter Effekt ist es, dass durch die Ausgestaltung der Dachflächen auch Begegnungszonen geschaffen werden, die eine soziale Durchmischung der Bewohnerinnen zur Folge haben. Viele der Maßnahmen gelten jedoch als „Hidden Treasures“, da sie zu Übergabe der Wohnungen noch nicht zu sehen sind, jedoch bereits einen wesentlichen Beitrag zur Abkühlung leisten. Auch bei der Errichtung neuer Stadtquartiere wie etwa dem „Hausfeld“ oder der Atzgersdorferstraße 259/Ziedlergasse 21 wird die „Wien-Süd“ ein klimafittes Wohnumfeld schaffen.

„Von jeher war es der ‚Wien-Süd‘ ein großes Anliegen, nicht nur die Gemeinschaft in den Wohnanlagen zu fördern, sondern darüber hinaus auch Innovationen vorantreiben. Das Bewusstsein für den Wert von Bauwerksbegrünung beginnt im sozialen Wohnbau anzukommen. Unser Motto ‚Wir gestalten Lebensraum‘ ist nicht nur ein Versprechen an die Bewohnerinnen und Bewohner, sondern darüber hinaus ein Bestreben nachhaltig und klimaresilient zu bauen“, so Obmann Mag. Andreas Weikhart, über die aktuellen Entwicklungen.

Positive Auswirkungen auf BewohnerInnen: Unterschied bis zu gefühlten 13 Grad

Besonders der Ansatz, sozialen Wohnbau nicht nur leistbar, sondern auch klimagerecht zu gestalten ist ein Zukunftsmodell. Naturnah ausgestaltete Dachflächen bewirken eine Renaturierung von Wohnquartieren und eine nachhaltige und innovative Baukultur. Vor allem die „Biotope City Wienerberg“ dient dabei als Vorzeigeobjekt. Die wissenschaftlichen Untersuchungen zeigen, dass die dort angewandten Methoden zur Vermeidung von tagsüber gespeicherter Abwärme bei nicht begrünten und renaturierten Dachflächen und Fassaden im Vergleich zu begrünten, einen Unterschied von durchschnittlich gefühlten 13° Celsius ausmachen. Ebenso veranschaulichen Klimasimulationen die positiven Effekte die die Begrünung und Ausgestaltung von Dachflächen auf ein soziales und lebenswertes Lebensumfeld haben. Einhergeht diese zentrale Verbesserung der Lebensqualität auch mit einem gesteigerten sozialen Zusammenhalt der BewohnerInnen innerhalb der Anlagen. „Einer der wesentlichen Zukunftstrends im sozialen Wohnbau ist die Anpassung an die Folgen der Klimaerwärmung. Die Begrünung nimmt dabei einen hohen Stellenwert ein. Sie verbessert das Mikroklima und schafft Kühlung und heißen Tagen. Der Naturbezug verstärkt auch den sozialen Zusammenhalt und erhöht die Lebensqualität. Die Wien Süd steht daher der Aufwertung unserer Bauwerke durch Begrünungsmaßnahmen sehr positiv gegenüber,“ gibt sich auch DI Walter Koch, Obmannstellvertreter der „Wien-Süd“, überzeugt.

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