VERBUND mit gutem Jahresergebnis 2020

Foto: VERBUND Kaprun

Das VERBUND-Ergebnis für das Geschäftsjahr 2020 konnte trotz der negativen Auswirkungen durch COVID-19 gesteigert werden. Das EBITDA stieg um 9,2 % auf 1.292,8 Mio. Euro. Das Konzernergebnis erhöhte sich um 13,8 % auf 631,4 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr. Der Erzeugungskoeffizient der Laufwasserkraftwerke lag mit 1,01 auf Vorjahresniveau und um 1 Prozentpunkt über dem langjährigen Durchschnitt. Das Geschäftsjahr 2020 war für VERBUND trotz COVID-19-Krise sehr erfreulich mit sehr guten Ergebnissen und einer starken Performance der VERBUND-Aktie. Diese Entwicklung zeigt, dass das nachhaltige Geschäftsmodell gerade auch in Krisenzeiten gut funktioniert und das Unternehmen eine hohe strategische Flexibilität und Widerstandskraft gegen externe Einflüsse hat. Als Versorger mit nahezu 100 % erneuerbaren Energieträgern ist VERBUND ideal für eine dekarbonisierte, dezentrale und digitalisierte Energiezukunft positioniert.

Das energiewirtschaftliche Umfeld für VERBUND verschlechterte sich 2020 aufgrund der COVID-19-Pandemie in sehr kurzer Zeit. Die Großhandelspreise für Strom fielen nach Ausbruch der Krise in Europa aufgrund der geringeren Stromnachfrage, eines Überangebots an CO2-Zertifikaten und gesunkener Preise für Kohle, Gas und Erdöl. Nach dieser Verschlechterung im ersten Halbjahr 2020 verbesserten sich die energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab Mitte 2020 wieder. Die Großhandelspreise für Strom erholten sich und auch die Preise für Kohle, Gas und CO2-Zertifikate zeigten ab Mitte 2020 wieder eine stabilere Entwicklung.

Die gute Positionierung in Zusammenhang mit dem verbesserten energiewirtschaftlichen Umfeld wurde auch am Kapitalmarkt entsprechend honoriert. Die VERBUND-Aktie schloss das Jahr 2020 mit einer Jahresperformance von +56,1% und entwickelte sich damit deutlich besser als der ATX und der STOXX Europe 600 Utilities. Die Marktkapitalisierung per 31. Dezember 2020 betrug 24,3 Mrd. Euro. Damit war VERBUND das am höchsten bewertete Unternehmen an der Wiener Börse. Die Ratingagenturen S&P und Moody´s bestätigten das gute Rating der VERBUND AG mit „A/stable outlook“ bzw. mit „A3/stable outlook“. Damit befindet sich VERBUND in der Spitzengruppe der Versorger in Europa.

Ergebnisentwicklung

Das VERBUND-Ergebnis für das Geschäftsjahr 2020 konnte trotz der negativen Auswirkungen durch COVID-19 gesteigert werden. Das EBITDA stieg um 9,2 % auf 1.292,8 Mio. Euro. Das Konzernergebnis erhöhte sich um 13,8 % auf 631,4 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr. Der Erzeugungskoeffizient der Laufwasserkraftwerke lag mit 1,01 auf Vorjahresniveau und um 1 Prozentpunkt über dem langjährigen Durchschnitt. Die Erzeugung der Jahresspeicherkraftwerke stieg in den Quartalen 1–4/2020 deutlich um 14,8 % an. Die Erzeugung aus Wasserkraft erhöhte sich somit im Vergleich zur Vorjahresberichtsperiode um 864 GWh. Positiv auf die Ergebnisentwicklung wirkten darüber hinaus die im relevanten Absicherungszeitraum gestiegenen Terminmarktpreise auf dem Großhandelsmarkt für Strom. Die Spotmarktpreise waren 2020 – insbesondere bedingt durch die Auswirkungen der COVID-19-Krise – hingegen deutlich rückläufig. Der durchschnittlich erzielte Absatzpreis im Bereich der Eigenerzeugung aus Wasserkraft konnte aufgrund dieser Entwicklungen um 5,6 Euro/MWh auf 44,6 Euro/MWh gesteigert werden. Der EBITDA-Beitrag im Segment Wasser stieg somit deutlich an. Der EBITDA-Beitrag im Segment Absatz konnte ebenfalls gesteigert werden, während die Beiträge in den Segmenten Neue Erneuerbare, Netz und Alle sonstigen Segmente rückläufig waren. Sehr erfreulich entwickelte sich das Finanzergebnis, unter anderem aufgrund einer deutlichen Reduktion des Zinsaufwands, bedingt durch hohe Tilgungen in den Geschäftsjahren 2019 und 2020. Die Konzernergebnisse der Geschäftsjahre 2019 und 2020 waren auch von Einmaleffekten beeinflusst. Bereinigt um diese Einmaleffekte stieg das Konzernergebnis um 11,2 % auf 610,4 Mio. Euro. Verbessert werden konnten darüber hinaus alle steuerungsrelevanten Kennzahlen. Die Verschuldung konnte erneut deutlich reduziert, die Margen erheblich verbessert und die Verzinsung auf das eingesetzte Kapital deutlich erhöht werden.

Dividende 2020

In der Hauptversammlung am 20.4.2021 wird für das Geschäftsjahr 2020 eine Dividende von 0,75 Euro je Aktie vorgeschlagen. Die Ausschüttungsquote bezogen auf das berichtete Konzernergebnis beträgt 2020 41,3 %, bezogen auf das um Einmaleffekte bereinigte Konzernergebnis 42,7 %.

Ausblick 2021

Auf Basis einer durchschnittlichen Eigenerzeugung aus Wasser- und Windkraft sowie der Chancen- und Risikolage erwartet VERBUND für das Geschäftsjahr 2021 ein EBITDA zwischen rund 1.080 Mio. Euro und 1.300 Mio. Euro und ein Konzernergebnis zwischen rund 450 Mio. Euro und 590 Mio. Euro. Finanzielle Auswirkungen aus dem geplanten Erwerb des 51 %-Anteils an der Gas Connect Austria GmbH sind in dieser Ergebnisprognose nicht berücksichtigt. VERBUND plant für das Geschäftsjahr 2021 eine Ausschüttungsquote zwischen 45 und 55 % bezogen auf das um Einmaleffekte bereinigte Konzernergebnis in Höhe zwischen rund 450 Mio. Euro und 590 Mio. Euro.

Strategische Projekte 2020

Eine wichtige strategische Weiterentwicklung von VERBUND in Bezug auf die Sektorkopplung und hinsichtlich einer zukünftigen Wasserstoffwirtschaft stellt der geplante Erwerb des 51 %-Anteils der OMV an Gas Connect Austria GmbH (GCA) dar – das Closing wird für das erste Halbjahr 2021 erwartet.

Mit dem in 2020 gestarteten Innovationsprojekt „Green Hydrogen @ Blue Danube“ macht VERBUND einen großen Schritt in Richtung Internationalisierung der Wasserstoff-Aktivitäten. Ziel des Projekts ist es, gemeinsam mit internationalen Partnern eine europäische Wasserstoff-Wertschöpfungskette von Produktion aus Erneuerbaren, über Transport bis hin zu den Abnehmern, aufzubauen. In dem ebenso 2020 gestarteten Projekt „Carbon to Product Austria“ (C2PAT) setzt VERBUND beim Einsatz von grünem Wasserstoff in industriellen Prozessen auf die Kooperation mit den Industriepartnern Lafarge, Borealis und OMV.

Bei den Investitionen im Bereich Wasserkraft konzentrierte sich VERBUND 2020 auf Revitalisierungsprojekte, wie u. a. bei den Kraftwerken Ottensheim-Wilhering sowie Häusling, und leitete den Baubeginn für Niederösterreichs längste Fischwanderhilfe beim Kraftwerk Altenwörth ein. Beim Erweiterungs- und Erneuerungsprojekt Jettenbach-Töging (Bayern) mit geplanter Inbetriebnahme in 2022 und einem Investitionsvolumen von rund 250 Mio. Euro kam es Corona-bedingt unterjährig zu geringfügigen Verzögerungen, die größtenteils wieder aufgeholt werden konnten. Der Baubeschluss für das Murkraftwerk Gratkorn, ein neues Gemeinschaftskraftwerk von VERBUND und Energie Steiermark, wurde noch Ende 2020 gefasst.

Zu den Projekthighlights bei Wind und Photovoltaik zählte die Inbetriebnahme der ersten VERBUND-Photovoltaik-Freiflächenanlage beim Draukraftwerk Feistritz-Ludmannsdorf und die Inbetriebnahme der gemeinsam mit OMV errichteten Flächen-Photovoltaikanlage in Schönkirchen.

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