Umweltausschuss setzt Initiativen für verstärkten Schutz der Artenvielfalt

Foto: Artenschutz, Libelle

Der Umweltausschuss im österreichischen Parlament hat einstimmig zwei Entschließungsanträge für einen stärkeren Schutz der Artenvielfalt beschlossen. Darin werden die Bundesministerinnen Elisabeth Köstinger und Leonore Gewessler ersucht, mit einem Bündel von Maßnahmen dem fortschreitenden Arten- und Lebensraumverlust entgegenzuwirken. Im Fokus stehen ein gemeinsames Bekenntnis zum Biodiversitätsfonds und ein Maßnahmenpaket zum Schutz und Erhalt der Artenvielfalt in österreichischen Gewässern.

Wien (OTS) – Für die besonders betroffenen Flüsse, Seen und Feuchtgebiete sollen weitere Flusslandschaften renaturiert, Einträge von Nitrat und Pestiziden verringert, invasive Arten reduziert und die Grünräume in der Landschaft auch überregional besser vernetzt werden. Weiters wurden die Festlegung von ökologischen Rahmenbedingungen für die Förderung von Wasserkraftwerken, eine verstärkte Zusammenarbeit mit den Bundesländern und Maßnahmen zur Förderung von artenreichen Begleitflächen im Bereich der Bundesstraßen vorgesehen. Zudem soll auch ein Biodiversitätsfonds eingerichtet werden, um die Umsetzung der Biodiversitätsstrategie 2030+ in den Sektoren außerhalb des Wirkungsbereichs der Gemeinsamen Agrarpolitik sicherzustellen. Die Strategie wird derzeit in einem umfassenden Stakeholderprozess ausgearbeitet und soll 2021 fertiggestellt werden.

„Beim Artenschwund läuft uns die Zeit davon, der heutige Beschluss zum Schutz der Biodiversität zeigt die Dringlichkeit zum Handeln“, kommentiert Astrid Rössler, Umweltsprecherin des Grünen Klubs im Parlament, das heutige Ergebnis. „Der Schutz der Biodiversität ist kein Nischenthema, er dient unmittelbar dem Schutz unserer Lebensgrundlagen. Deshalb wurden umfangreiche Maßnahmen zu Naturschutz und Artenvielfalt bereits in das Regierungsprogramm aufgenommen. Ziel ist es, in allen Sektoren Initiativen für mehr Artenvielfalt, zum Verbund von Lebensräumen und zur Förderung der Strukturvielfalt zu setzen. Mit dem heutigen Beschluss im Umweltausschuss ist wieder ein Schritt für mehr Artenschutz gesetzt, jetzt geht es an die Umsetzung.“

Laut Weltrat für Biodiversität sind 1 Million Tier- und Pflanzenarten weltweilt vom Aussterben bedroht. In Österreich sind die Hälfte aller Amphibien, Reptilien und Fische und ein Drittel aller Vögel und Säugetiere stark gefährdet. Der Verlust der biologischen Vielfalt ist neben dem Klimawandel die bedeutendste globale Umweltbedrohung und erfordert dringend mehr Aufmerksamkeit.

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