Temelin: neuerlich ungeplante Abstellung von Block 1

Foto: AKW Temelin

Die neuerlich ungeplante Abstellung von Block 1 im AKW Temelin und Weiterbetrieb ohne Kenntnis der Ursache stimmt bedenklich. Das Anti Atom Komitee fordert von der Bundesregierung eine völlige Aufklärung des Zwischenfalls und die Stilllegung des Reaktors zu verlangen.

Freistadt, Wien (OTS) – Nach dem Brennstoffwechsel sollte der Reaktor in der Nacht auf Freitag wieder hochgefahren werden. Allerdings verhinderte das automatische Kontrollsystem ein weiteres Hochfahren. Der Grund für den Abbruch des Hochfahrens ist bisher noch nicht bekannt.

„Bedenklich stimmt, dass man bisher noch nicht weiß, was der Grund für das automatische Abschalten des Reaktors ist. Noch bedenklicher stimmt allerdings, dass man nach dem Austausch eines Teiles in der Regeltechnik versucht, den Reaktor wieder hochzufahren“, warnt Manfred Doppler vom Anti Atom Komitee.

„Nach Rückfrage im Umweltministerium kann die Ursachenanalyse Wochen dauern und trotzdem soll der Reaktor weiterbetrieben werden, ohne die Ursache für den Zwischenfall zu kennen. Das ist schlichtweg grob fahrlässig und nicht akzeptabel“, ergänzt Manfred Doppler und fordert daher von der Bundesregierung, von Tschechien die Stilllegung des Reaktors bis zur Ursachenklärung zu verlangen.

„So ein Zwischenfall ist jedes Mal ein besonderes Risiko und beansprucht das Material des Reaktors, wenn dieser in Rekordzeit heruntergefahren wird“, erklärt der Anti-Atom-Sprecher der Grünen, Martin Litschauer.

Erst Ende März hatte CEZ die Verlängerung der Betriebsgenehmigung für den betroffenen Reaktorblock beantragt, welche im Oktober ausläuft. „Die Kombination russischer Reaktor- mit US-amerikanischer Leittechnik hat in den letzten Jahrzehnten Ihre Störanfälligkeit bewiesen und wurde bereits bei den Verhandlungen zum Melker Protokoll aufgezeigt“, so Litschauer.

„Viele der aufgezeigten Sicherheitsprobleme wurden auch in den letzten zwei Jahrzehnten nicht behoben. Ich fordere daher einen Betriebsstopp und keine Verlängerung der Betriebsgenehmigung für das AKW Temelín. Auch das Problem der Atommülllagerung ist trotz vieler Versprechen in Tschechien weiter nicht gelöst“, so Litschauer abschließend.

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