Österreich entwickelt Biodiversitäts-Strategie 2030

Foto: Biodiversität, Biene

Das ExpertInnen-Papier zur Entwicklung der Biodiversitäts-Strategie 2030 liegt vor – und lädt nun zur Kommentierung durch Stakeholder und Bürgerinnen und Bürger ein. Seit 2019 arbeiten Klimaschutzministerium und Umweltbundesamt gemeinsam an der Unterlage, in zahlreichen ExpertInnen-Workshops wurden Ziele, Sektoren und Maßnahmen erarbeitet, die von nun an bis 27. September breit öffentlich diskutiert werden sollen. Klimaschutzministerin Leonore Gewessler: „Die Artenvielfalt ist unsere Lebensversicherung! Sie sichert uns gesunde Lebensmittel und saubere Luft, schützt uns vor Naturgefahren und hilft uns bei der Anpassung an den Klimawandel. Es ist daher unsere dringende Aufgabe als Gesellschaft, Maßnahmen zu setzen, um unsere Natur und Arten zu schützen. Die neue Biodiversitäts-Strategie 2030 für Österreich soll umfassende Antworten geben.“

Das ExpertInnen-Papier definiert Ziele zum Erhalt der Biodiversität in Österreich, etwa Flächen-Anteile, die unter Schutz bzw. unter strengen Schutz gestellt werden, die Reduktion der täglichen Flächenversiegelung oder die Wiederherstellung prioritär eingestufter Ökosysteme sowie den Abbau umweltschädlicher Subventionen.

Konkrete Maßnahmen werden für 15 Sektoren und Politikbereiche vorgeschlagen, diese reichen von Raumordnung und Tourismus über Land- und Forstwirtschaft, Energie, Klimaschutz, Industrie und Verkehr bis hin zu Gesundheit und internationaler Zusammenarbeit.

Gewessler lädt Bürgerinnen und Bürger ein, sich bei der Strategie einzubringen und mitzureden: „Vielfalt geht uns alle an! Wir alle können in unserem Umfeld und unserem täglichen Leben beitragen, die Vielfalt zu erhalten – auch für unsere nächsten Generationen. Wir freuen uns daher auf vielfältige Kommentare zur Biodiversitäts-Strategie 2030 – diese sind ein Meilenstein in diesem Prozess!“

Die öffentliche Konsultation läuft von 3. August bis 27. September 2020- alle Informationen finden sich online unter http://www.biodiversitätsdialog2030.at/

Status quo: Biodiversität in Österreich
Die Artenvielfalt in Österreich und in Europa nimmt weiter ab. Laut Österreichs Bericht zur Umsetzung der EU Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie weisen 2019 bereits 44 % der Lebensraumtypen und 34 % der Art-Bewertungen einen ungünstig-schlechten Erhaltungszustand auf.

Die Gründe dafür sind laut Umweltbundesamt vielfältig, reichen vom Klimawandel über hydrologische Veränderungen bis hin zur Landwirtschaft (z. B. Nutzungsaufgabe und -intensivierung) und Forstwirtschaft (z. B. Totholzentnahme).

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