Niederösterreich setzt auf Sonnenkraftwerke

Mit dem Projekt „Sonnenkraftwerk Niederösterreich“ hat sich das Land Niederösterreich vorgenommen, die Energiewende weiter fortzusetzen. Damit wolle man „weiterhin Vorreiter bleiben und vor allem auch neue Maßstäbe setzen“, so Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner dazu am Sonntag in der Radiosendung „Niederösterreich im Gespräch“. Seit 2015 wird der Strombedarf in Niederösterreich zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien wie Sonne, Wind, Wasser und Biomasse gedeckt. Im vergangenen Jahr hat die EVN das letzte Kohlekraftwerk Niederösterreichs in Dürnrohr geschlossen, und das AKW Zwentendorf wurde nie in Betrieb genommen.

„Im Rahmen dieses Projektes werden wir auf rund 150 Landesgebäuden in allen Bezirken des Landes Photovoltaik-Anlagen installieren und Strom produzieren. Und damit setzen wir auch den Startschuss für das größte Bürgerbeteiligungsmodell in ganz Europa bei der Errichtung von Photovoltaik-Anlagen“, so die Landeshauptfrau. Die Bürgerinnen und Bürger können Anteile an einer geplanten Photovoltaik-Anlage erwerben und damit zum Bau dieser beitragen. Dafür wurde eine eigene Website eingerichtet: www.sonnenkraftwerk-noe.at.

Mikl-Leitner zu den Vorteilen, die sich durch das Investment für Land und Leute ergeben: „Alle Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher bekommen die Möglichkeit, in Sonnenenergie zu investieren und können somit einen weiteren Beitrag zur Energiewende leisten. Für das Land Niederösterreich ergibt sich dadurch der Vorteil, noch mehr nachhaltige und saubere Sonnenkraftwerke produzieren zu können. Und wir ersparen uns dadurch auch Stromkosten. Außerdem unterstützen wir damit die regionale Wirtschaft, denn Planung, Errichtung und Betreuung der Photovoltaik-Anlagen sollen regionale Firmen übernehmen.“

Abgewickelt wird das Bürgerbeteiligungsprojekt über das Land Niederösterreich und die Energie- und Umweltagentur des Landes. „Wir haben in den letzten Monaten alle 220 Landesgebäude begutachtet und festgestellt, dass an 150 dieser Gebäude eine Photovoltaik-Anlage gut angebracht werden kann“, so Geschäftsführer Herbert Greisberger. „Jede Niederösterreicherin und jeder Niederösterreicher kann sich am Projekt beteiligen. Mit 900 Euro können Sie einen Anteil erwerben, bis zu fünf Anteile kann jede Person erwerben“, informiert Greisberger, dass man sich jetzt schon dafür anmelden kann. Mitte November werde man Anteile zeichnen können. „Wenn genügend Anteile gezeichnet sind, werden die Anlagen realisiert und umgesetzt und jedes Jahr am 3. Mai gibt es eine Rückzahlung des eingesetzten Kapitals mit einem Bonus von 1,75 Prozent.“

„Klimawandel und Umweltschutz sind Herausforderungen, die uns weltweit beschäftigen, wo es vor allem auch ganz klare Strategien braucht“, betont die Landeshauptfrau, dass man in Niederösterreich dafür den Klima- und Energiefahrplan 2020 bis 2030 habe, der laufend durch konkrete Maßnahmen wie dem Projekt „Sonnenkraftwerk Niederösterreich“ unterlegt werde. „Viele weitere Ideen gibt es vor allem auch von der Jugend“, verwies Mikl-Leitner auf die am Freitag stattgefundene NÖ Jugendklimakonferenz, bei der Jugendliche die Chance hatten, ihre innovativen Projekte und Ideen für den Klimaschutz zu präsentieren und gemeinsam weiterzuentwickeln. Nachzusehen ist die Konferenz auf www.klimawandeln.at.

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