Nachhaltige Biokraftstoffe als Klimaschutzhebel

Foto: Ewald-Marco Münzer, Manfred Kainz © PEK
Ewald-Marco Münzer, Manfred Kainz © PEK

Beim Neujahrsempfang der Plattform Erneuerbare Kraftstoffe (PEK) wurde das gemeinsame Ziel betont: Wir müssen im Verkehrs- und Transportsektor unsere Treibhausgasemissionen dramatisch reduzieren. Dabei müsse aber klar sein, dass die EU-Klimaziele in diesen Sektoren in der vorgegebenen Zeit alleine durch den Ersatz bestehender Verbrenner-Fahrzeuge durch E-Fahrzeuge nicht erreichbar seien. Man werde einmal mehr auf den Forschungs- und Innovationsgeist aus Wirtschaft und Industrie setzen müssen.

Die Plattform Erneuerbare Kraftstoffe ist die zentrale Drehscheibe für Produktion, Einsatz sowie Förderung und Entwicklung erneuerbarer Kraftstoffe in Österreich. Ihre Mitglieder repräsentieren die gesamte Wertschöpfungskette: von der Rohstoffbasis über die Verarbeitung bis zur Anwendung in der Flotte.

Eine ökologische Mobilitätsstrategie könne nur ein Mosaik aus allen verfügbaren Antriebsformen sein, meint die PEK. Jede Technologie werde ihren Beitrag leisten müssen. Es gebe genügend Teile, um dieses Bild einer CO2-neutralen Mobilität zu bauen. Es sei nun Aufgabe der Politik, hier einen Rahmen vorzugeben.

Emissionssenkung im Bestand

Nachhaltige Biokraftstoffe seien ein sofort wirksamer Klimaschutzhebel, so die PEK. Die bestehende europäische Fahrzeugflotte werde noch über viele Jahre stark von Verbrennungsmotoren geprägt sein. Nachhaltige Biokraftstoffe, insbesondere aus Abfällen und Reststoffen, senken Emissionen sofort im Bestand. Sie können damit ein unverzichtbares Instrument sein, um spürbare CO₂-Reduktionen zu erzielen. Die PEK habe seit langem darauf hingewiesen, dass erneuerbare Kraftstoffe einen unverzichtbaren Beitrag zur Dekarbonisierung des Verkehrssektors leisten.

Die Bilanz spreche für sich: Seit Einführung der Beimischung zu fossilen Kraftstoffen haben Biokraftstoffe knapp 30 Millionen Tonnen CO2 im Verkehrssektor eingespart. Dies stelle die größte und effizienteste Einsparungsmaßnahme in diesem Bereich dar und sorge darüber hinaus für regionale Wertschöpfung und Green Jobs.

Höhere Beimengungen von B10

Ewald-Marco Münzer (links im Bild), Vorstandsmitglied der Plattform Erneuerbare Kraftstoffe, zur Frage, wie die Verbreitung dieser Kraftstoffe in Österreich angekurbelt werden und der Anteil an Biodiesel in Österreich erhöht werden könne: Mit höheren Beimengungen von B10 als neuer Diesel-Standard: nicht nur in Österreich sondern in der ganzen EU. Dies wäre sofort einsetzbar in bestehenden Fahrzeugbestand und brächte eine schnell messbare CO2-Reduktion ohne neue Infrastruktur. Eine Erhöhung trage ausserdem zur Versorgungssicherheit bei und sichere Industriearbeitsplätze. Münzer: „Diese Lösung sind höhere Mischungen – B+. Sie sind standardisiert, vom Hersteller zugelassen und jetzt erhältlich. Millionen Fahrzeuge können B10 sicher nutzen, mehrere EU-Märkte tun dies bereits. Andere bereiten Einführungen
mit Verbraucherschutzmaßnahmen vor, wie etwa der fortgesetzten Verfügbarkeit von B7. So kann Europa die Emissionen der bestehenden Flotte sofort senken, die Energiesicherheit schützen und industrielle Arbeitsplätze gleichzeitig unterstützen.“

Rahmenbedingungen sind vorhanden

Die technischen Rahmenbedingungen für höhere Beimischungen seien laut PEK bereits gegeben. Aktuelle Freigabelisten der Automobilhersteller würden zeigen, dass höhere Beimengungen heute problemlos umsetzbar seien. Einige EU-Länder haben B10 bereits eingeführt (Frankreich, Deutschland, Belgien, Portugal). Das zeige, dass die europäische rechtliche Grundlage für höhere Beimengungen bereits erfolgreich genutzt werde. Was es jetzt brauche, ist politischer Wille und eine marktseitige Umsetzung.

(Text: Manfred Kainz)