Nachhaltig verpackt mit Wellpappe

Foto: Wellpappe

Im Jahr 2020 erwies sich die österreichische Wellpappe-Industrie als robust und stabil. Mit mehr als 1 Milliarde m2 Wellpappe erzielte die Branche zwar ein Absatzplus, allerdings bei gleichzeitig sinkenden Erlösen. Ob Lebensmittel, Getränke, Bekleidung, Sportartikel, Buch oder Computer – nahezu jedes Produkt kann heute online bestellt und direkt geliefert werden. Die Pandemie macht deutlich, was auch in normalen Zeiten gilt: Ohne eine leistungsstarke Verpackung läuft nichts in der Lieferkette. Das macht den Packstoff Wellpappe zur Transportverpackung Nr.1 – und dafür gibt es gute Gründe: Er ist leicht und trotzdem stabil, vielseitig und hochwertig zu bedrucken, umweltverträglich und mit einem optimalen Preis-Leistungsverhältnis. Ein echtes Wertpapier.

Das Jahr 2020 stellte viele Unternehmen vor große Herausforderungen. Die österreichische Wellpappe-Industrie kam stabil und robust durch die COVID-19-Pandemie. „Es ist uns gelungen, sowohl die Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeiter*innen als auch die Leistungsfähigkeit der gesamten Branche sicherzustellen“, sagt Stephan Kaar, Sprecher des Forum Wellpappe Austria.

Wellpappe kann mehr

Das wachsende Umweltbewusstsein sowohl bei Konsument*innen als auch bei immer mehr Handelsunternehmen führt zu einer verstärkten Nachfrage nach nachhaltigen Verpackungslösungen. „Wellpappe ist hier klar die Nummer 1: Wir sind innovativ, wirtschaftlich effizient und ökologisch nachhaltig und damit eine echte Alternative zu Kunststoff“, sagt Kaar. Eine von der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) veröffentlichte Studie geht davon aus, dass „mehr als ein Fünftel aller fossilen Verpackungen durch clevere Lösungen aus Wellpappe ersetzt werden könnten“, erläutert Kaar. „Jährlich ließen sich damit in Österreich, Deutschland und der Schweiz mehr als 800.000 Tonnen Kunststoff einsparen“.

Von Natur aus nachhaltig

Drei Viertel der in Transport- und Versandverpackungen eingesetzten Schaumstoff-teile ließen sich, laut GVM-Studie, durch Elemente aus Wellpappe ersetzen. Ob Versandhandel oder stationärer Einzelhandel – alle Waren müssen unbeschädigt den Zielort erreichen. Transportverpackungen aus Wellpappe sind enorm leistungsfähig und gewährleisten den notwendigen Produktschutz, um Waren sicher zu befördern. Im Bereich Obst- und Gemüseverpackungen „könnten sogar 64 Prozent der Verpackungen durch Wellpappe ersetzt werden“, so Kaar.

Nachwachsender Rohstoff, vollständiges Recycling

Recyclingfähige Verpackungen aus Wellpappe tragen zum Klimaschutz bei und sind der wichtigste Rohstoff für die Erzeugung von Wellpappe-Rohpapier. In Österreich werden 98,8 Prozent der gebrauchten Wellpappe-Verpackungen gesammelt und wieder zu Wellpappe-Rohpapier verarbeitet. Die Papierfasern können bis zu 25 Mal verarbeitet werden. „Die heimische Wellpappe-Industrie leistet damit einen wichtigen Beitrag zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft“, so Stephan Kaar.

Wellpappeverpackungen sind in der Regel Monomaterialverpackungen und deshalb auch so einfach zu recyceln: Nach Gebrauch kommen sie ins Altpapier. Das gilt nicht nur für private Haushalte – auch im Supermarkt und in der Industrie wird Wellpappe sortenrein gebündelt und in den Recyclingkreislauf zurückgeführt.

Stabile Beschäftigung, mehr Lehrlinge

Die Wellpappe-Unternehmen haben sich im letzten Jahr als stabile und sichere Arbeitgeber bewiesen. „In der gesamten Industrie gab es nur punktuell Kurzarbeit“, berichtet Florian Döbl vom Forum Wellpappe Austria. Mit der Nachfrage nach Verpackungen aus Wellpappe steigt auch der Bedarf nach gut ausgebildeten Mitarbeiter*innen. Insgesamt beschäftigte die Branche im abgelaufenen Geschäftsjahr 1.900 Mitarbeiter*innen an neun Produktions-Standorten in Österreich. „Besonders wichtig ist und bleibt für uns die Ausbildung der jungen Fachkräfte,“ so Döbl. „Derzeit bilden die heimischen Wellpappe-Betriebe 79 Lehrlinge aus.“ Für 2021 ist die Aufnahme von über 30 neuen Lehrlingen geplant. Wichtige Lehrberufe sind u.a. Verpackungstechnik, IT-Systemtechnik und Betriebs-Logistik.

Stabiler Wellpappe-Markt 2020

2020 haben die Mitgliedsunternehmen des Forum Wellpappe Austria – DS Smith Packaging Austria, Dunapack Mosburger, Mondi Grünburg, Rondo Ganahl, Smurfit Kappa Interwell und Steirerpack – insgesamt über 1 Milliarde Quadratmeter Wellpappe abgesetzt (1.043,6 Mio m2). Das sind 15,6 Millionen Quadratmeter mehr als 2019 und entspricht einem Mengen-Wachstum von 1,5 Prozent gegenüber 2019. Der Jahresumsatz 2020 hingegen verzeichnete einen leichten Rückgang von 3,6 Prozent auf 553,4 Mio Euro. „Maßgeblich dafür sind zwei Gründe: Verschiebungen bei den Warensortimenten aufgrund von Corona und kurzfristige Schwankungen auf den Rohstoffmärkten“, berichtet Stephan Kaar.

Der Anteil von Wellpappe-Verpackungen für den Online-Handel lag im Jahr 2020 bei über zehn Prozent. Tendenz weiter steigend. Die größten Abnehmer von Wellpappe sind nach wie vor die Nahrungs- und Genussmittelindustrie (47,7%), gefolgt von Verpackungen für Möbel, Elektrogeräte, Maschinen und Fahrzeuge (19,4%), sowie chemische Produkte, Reinigung und Kosmetik (10,8%).

Im ersten Quartal 2021 verzeichnet die Branche eine große Nachfrage. Allerdings ist die Situation an den Rohstoffmärkten weiterhin angespannt. Für 2021 rechnet der Forum Wellpappe Austria-Sprecher „mit einem soliden Wachstum in der Höhe von drei bis vier Prozent.“

Mutig, erfolgreich, nachhaltig

Niceshops ist ein österreichisches E-Commerce-Unternehmen mit rund 400 Mitarbeiter*innen. Tag für Tag werden vom südoststeirischen Paldau aus bis zu 20.000 Pakete in die ganz Welt verschickt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte erstmals die 100 Millionen Umsatzgrenze übertroffen werden. Auch in sozialer und ökologischer Hinsicht ist der steirische Onlinehändler ein mehrfach ausgezeichneter Vorzeigebetrieb. „Unser Geschäftsmodell hat in der aktuell herausfordernden Zeit bewiesen, dass wir für die Zukunft bestens gerüstet sind“, sagt Roland Fink, Gründer der niceshops GmbH.

„Nachhaltigkeit ist in diesem Zusammenhang ein integraler Bestandteil unserer Firmenkultur. Seit 2018 arbeiten wir zertifiziert klimaneutral. Unter anderem produzieren wir über eine riesige Photovoltaikanlage grünen Strom und heizen unseren Firmenkomplex in Paldau durch die benachbarte Biogasanlage. Beim Versand unserer Pakete setzen wir auf plastikfreie Materialien und haben dort, wo es möglich ist, das Füllmaterial auf kompostierbares Material umgestellt“, so Fink.

Wellpappe Austria Award

Verpackungslösungen und Displays, die die Leistungsfähigkeit der Wellpappe und der Branche besonders anschaulich belegen, werden jährlich mit dem Wellpappe Austria Award ausgezeichnet. Diese einzigartige Leistungsschau findet zum bereits siebten Mal in Folge statt.

Das Forum Wellpappe Austria ist das Sprachrohr der österreichischen Wellpappe-Industrie und vertritt die Interessen der Unternehmen DS Smith Packaging Austria GmbH, Dunapack Mosburger GmbH, Mondi Grünburg GmbH, Rondo Ganahl Aktiengesellschaft und Steirerpack GmbH. www.wellpappe.at

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