Keine Alternative zu Pfandsystemen für Getränkeflaschen

Foto: Plastikflaschen

Wien (OTS) – Die Organisation Reloop und die renommierte Kanzlei Geulen und Klinger präsentierten in Brüssel ein Rechtsgutachten zur „Implementierung des Artikel 9 der Single Use Plastics Directive (SUP)“. Der Idee, höhere Recyclingquoten durch die Aussortierung von Wertstoffen aus dem Restmüll zu erreichen, wird eine klare Absage erteilt.

„Das ist besonders in Österreich ein wichtiger Meilenstein“, äußert sich Christian Abl, Geschäftsführer der ÖPG Pfandsystemgesellschaft mbH, erfreut. „Die Notwendigkeit der Einführung effektiver Pfandsysteme wurde immer in Frage gestellt. Stattdessen propagierte man die Erfüllung von Recyclingquoten durch teure Sortierung von Restmüll. In Österreich gibt es nicht einmal annähernd eine flächendeckende Bio-Abfallsammlung. So mutiert die Restmüllsortierung zu einem technisch aufwändigen und sehr schmutzigen „Herumwühlen“ im Hausmüll der Gesellschaft. Die sinnvolle Wiederverwendung von Wertstoffen wäre durch die starke Kontaminierung massiv beeinträchtigt.“

Das Gutachten zeigt auf, dass hauptsächlich innovative Pfandsysteme oder auch die getrennte Sammlung von Getränkeverpackungen im gelben Sack oder der gelben Tonne dem europäischen Recht entsprechen. Daher seien ausschließlich moderne Formen der Erfassung von Getränkeverpackungen zur Anrechnung von Recyclingquoten anzuwenden.

In Österreich hat die getrennte Sammlung eine enorm hohe Akzeptanz erreicht. Mit den verfügbaren Mitteln ist sie allerdings nicht in dem Ausmaß auszubauen, das zur Erreichung der Recyclingquoten 2030 nötig wäre. Ohne die Einführung eines Pfandsystems sind sogar signifikante Kostensteigerungen für den Betrieb derzeitiger Sammelsysteme zu erwarten, was in aktuellen Studien zum Thema Pfand noch gar nicht berücksichtigt wurde. „Pfand ist ein europäischer Zukunftstrend. Müllfahrzeuge, die unsere Straßen verstopfen, um Luft zu transportieren, zählen dagegen zur Technologie der 80er Jahre“, so Abl abschließend.

Die ÖPG Pfandsystemgesellschaft mbH plant noch vor dem Sommer einen Kongress in Wien, um dieses sowie weitere Themen offen zu diskutieren und bestehenden Zweifeln und Vorbehalten gegen moderne Formen der Kreislaufwirtschaft zu begegnen.

Rückfragen & Kontakt:

Christian Abl
Mobil: +43 660 2449455
Mail: abl@oepg-pfandsystem.at

Ähnliche Beiträge