EU beschließt neue Klimaziele bis 2040

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Die Umweltminister der Europäischen Union haben sich nach zähem Ringen zu neuen Klimazielen bis zum Jahr 2040 durchgerungen. Diese neuen Ziele sind von zahlreichen Zugeständnissen an Industrie und Wirtschaft geprägt und werden bereits vielfach als zu schwach kritisiert. Um bei der Weltklimakonferenz etwas vorweisen zu können, wurde dieser Kompromiss eingegangen.

Ursprünglich wollte die EU bis 2040 ihren CO2-Ausstoß um 90 Prozent im Vergleich zu 1990 reduzieren. Dabei bleibt es. Die Länder können aber fünf Prozentpunkte durch Kompensationen im Ausland zukaufen – ähnlich wie beim Fliegen: Man kauft Zertifikate, mit denen dann zum Beispiel Bäume in Südamerika gepflanzt werden können.

Streng genommen sind es jetzt also nur noch 85 Prozent Einsparungen – etwas weniger als das ursprüngliche Ziel. Der EU-Umweltkommissar Wopke Hoekstra nannte dies einen „pragmatischen, ambitionierten und flexiblen Deal“.

Klimapolitik der EU-Staaten geht auseinander

All diese Entscheidungen müssen noch nächste Woche vom EU-Parlament genehmigt werden. Es war für die Umweltminister dennoch wichtig, jetzt schon eine Entscheidung zu treffen, denn in wenigen Tagen beginnt die Weltklimakonferenz COP in Brasilien, und dafür muss die EU schon vorlegen, wie stark sie den CO2-Verbrauch bis 2035 einschränken wird. Auf eine verbindliche Zahl konnte man sich nicht einigen, nur auf eine Spanne zwischen 66 und 72 Prozent.

Für den Klimamusterschüler EU nur eine mittelmäßige Leistung. Sie zeigt auch, wie unterschiedlich die 27 Länder beim Klimaschutz inzwischen ticken. Polen und Frankreich gehen die Klimaziele zu weit. Spanien dagegen, das in den vergangenen Jahren immer wieder unter großer Hitze und Überschwemmungen zu leiden hatte, stimmte dem Kompromiss zähneknirschend zu. „Es ist ein gutes Ergebnis, wir haben nicht alles bekommen, aber es ist ein ehrgeiziger Abschluss. Er ist nicht perfekt, aber sehr gut“, so die spanische Umweltministerin Sara Aagesen Munoz.

Es  wurde also um jedes Gramm CO2 und um jede Minute verhandelt. Der dänische Umweltminister rechnete vor: „Fünf Minuten länger und wir hätten 24 Stunden verhandelt“. Oder anders gesagt: Die EU hat sich in buchstäblich letzter Minute auf einen Klimakompromiss geeinigt.