ESG-Filter identifiziert einzigartige Wachstumswerte

Bild: Manfred Kainz, Katja Boeder & Augustin Lecoq - Mandarine Gestion
Manfred Kainz, Katja Boeder & Augustin Lecoq - Mandarine Gestion

Ist ESG noch „in“? In den USA gibt es, bundespolitisch bedingt, Trends, „grüne Nachhaltigkeit“ in der Prioritätenliste von Unternehmen und Investoren nach hinten zu reihen. ESG verliert dort, aufgrund von Druck der Trump-Administration, zumindest nach aussen hin an Stellenwert – auch bei institutionellen Anlegern. Und auch bei uns gehen die Meinungen auseinander:

Während die einen Zuwächse in nachhaltigen Veranlagungen feiern, sehen andere den ESG-Hype in der Investmentwelt abebben. Die Themen „Verteidigung/Rüstung/Sicherheit“ haben, geopolitisch bedingt, anscheinend „Umwelt/Sustainability/ESG“ den Aufmerksamkeitsrang abgelaufen. Wie gehen große, global investierende Vermögensverwaltungen aktuell mit nachhaltiger Anlage um?

Kürzlich waren die Spezialisten von Mandarine Gestion zu Besuch in Wien. Diese französische Asset Management Gesellschaft, mit Standorten in Paris, Frankfurt und Genf, ist ein bedeutender unabhängiger Investor in Sustainablity bei allen Anlagestrategien und Anlageklassen: Aktien, Anleihen und Multi-Asset. In ihrer Vermögensverwaltung setzen sie ihre thematische Expertise zu Klimawandel, Soziales, Impact, Engagement u.ä. in aktiv verwalteten Fonds und individuellen Spezialanlagelösungen ein.

Dynamische Micro Caps

Wie identifiziert man bezüglich ESG einzigartige Unternehmen? Mandarine Gestion wendet ihren intern entwickelten „ESG-Filter“ an, der sich auf folgende Indikatoren stützt: Zu Good governance zählen u.a. Business Ethics- und ESG-Reporting und -Transparenz; zu Social zählen u.a. Mitarbeiterbildungs- und Diversitätsstandards u.a. Und zu den Environment-Indikatoren zählen u.a. aktive Umweltpolitik der Unternehmen, Senkung der Karbonintensität, Ausrichtung auf das internationale Klimazielszenario sowie gelebtes Umweltmanagement.

Augustin Lecoq (re. im Bild), Portfoliomanager Aktien bei Mandarine Gestion, ist „Nebenwerte“-Investor in „Micro Cap“-Unternehmen an den Börsen. (Von denen es auch einige attraktive österreichische Player gibt: siehe unten.) Im Gespräch in Wien sah er zahlreiche einzigartige Marken, welche die großen gesellschaftlichen Trends in der Mobilität, Kreislaufwirtschaft und Energieeffizienz mitgestalten. In seinem Mandarine Global Microcap Fonds setzt er daher auf fortlaufendes Monitoring der CO2-Intensität und der ESG-Dynamik in der Selektion von Unternehmen: Besser als ein Fokus auf absolute und statische Ratings sei die Entwicklung von ESG-Parametern im Zeitablauf. Beim Meeting nannte er als Beispiele für attraktive Anlagethemen u. a. Wasser, Milchprodukte und Eier (!), wo es positionierungswerte Unternehmen (Japan!) im Sektor Landwirtschaftliche Konsumgüter gibt.

Unter den österreichischen Fimenwerten sehen die Spezialisten von Mandarine Gestion die Titel Do&Co, FACC, Frequentis, Rosenbauer, UBM und auch Wienerberger als einzigartige Unternehmen in ihrem Universum und in ihrer Ausrichtung.

Text und Foto: Manfred Kainz

(am Bild v. li. n. re.: Der Autor, Katja Boeder (Director International Markets & Client Solutions, Mandarine Gestion), Augustin Lecoq (Portfoliomanager Aktien, Mandarine Gestion))

https://www.mandarine-gestion.com