Erhöhung der Recyclingquote für Kunststoffverpackungen beste Lösung

Foto: Recycling

Umweltministerin Leonore Gewessler hat einen 3-Punkte-Plan zum Thema Verpackungsabfälle aus Kunststoff vorgestellt. Der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) begrüßt die Absicht der Ministerin, Abfälle im Verpackungsbereich reduzieren zu wollen und betont, dass Recycling bei Kunststoffverpackungen in Österreich die beste Lösung ist. Um die aktuelle Verpackungsrecyclingquote von 25 Prozent zu erhöhen ist der Ausbau von Sammel- und Sortiersystemen dabei von zentraler Bedeutung. Nur mit ausreichenden Mengen an recycelten Kunststoffabfällen können die Anteile von sogenanntem Rezyklat in der Produktion erhöht und eine funktionierende Kreislaufwirtschaft aufgebaut werden. Die aktuellen Abfallwirtschaftssysteme können eine ausreichende Versorgung der Kunststoffproduzenten mit Rezyklat in benötigter Qualität und Quantität aber nicht gewährleisten. Vor allem der Abfall der Konsumenten findet zu selten den Weg in den Kunststoffkreislauf. Deshalb sind Investitionen um die Sammel-, Sortier- und Recyclingkapazitäten zu erhöhen dringend gefragt.

„Der beste Weg, Kunststoffabfälle zu reduzieren, liegt im Auf- und Ausbau einer Kreislaufwirtschaft. Wir müssen die hohe Rezyklierbarkeit des Werkstoffes ausnützen und ihn so oft wie möglich im Kreislauf führen. Das würde auch zu einer Reduktion des Einsatzes von Ressourcen und Energie führen, die bei der Produktion anfallen und bei alternativen Materialien noch höher sind. Eine deutliche Steigerung von Kunststoffrecycling ist in Österreich möglich, dafür müssen aber alle betroffenen Gruppen in Politik und Wirtschaft zusammenarbeiten“, so Christian Gründling, stv. Geschäftsführer des FCIO. Ablehnend steht die chemische Industrie der Herstellerabgabe aufgrund der EU-Plastiksteuer gegenüber, da damit kein Lenkungseffekt im Bereich Littering zu erwarten ist. Mit Einführung der Plastiksteuer hat sich Österreich bereits mehr als 30 Millionen Euro erspart, die bei Berechnung auf Basis der Wirtschaftsleistung zusätzlich an die EU zu zahlen wären.

Quoten für Mehrweggetränkeverpackungen: Ökobilanzen entscheidend

Aus Sicht der Kunststoffindustrie sind auch Mehrweggebinde im Sinne der Abfallvermeidung begrüßenswert, wo sie auch ökologisch Sinn machen. Insbesondere die Klimabelastung darf man bei der Entscheidung, welches Verpackungsmaterial verwendet werden soll, nicht außer Acht lassen. PET-Mehrweg-Flaschen weisen hier die beste Bilanz auf, wie eine Studie im Auftrag des Umweltministeriums belegt. Grund dafür ist das im Vergleich zu anderen Verpackungsmaterialien geringere Gewicht, welches beim Transport zu niedrigeren Treibhausgasbelastungen führt. Berechnungen in zahlreichen Studien zeigen, dass alternative Verpackungsmaterialien im Vergleich zu Kunststoff im Schnitt mehr als dreimal so schwer sind. Auch die Herstellung von Kunststoffverpackungen ist weitaus weniger energieaufwändig und klimaschädlich als bei anderen Materialien. Ein Umstieg auf diese würde den Energieverbrauch im Schnitt um den Faktor 2,2 erhöhen und die Treibhausgasemissionen um den Faktor 2,7 steigen lassen. Wer über eine Ausweitung von Mehrweg nachdenkt, sollte aus Gründen des Klimaschutzes Kunststoff als Verpackungsmaterial berücksichtigen.

„Bei der Bewertung von Verpackungen im Lebensmittelbereich brauchen wir eine faktenbasierte Diskussion ohne ideologische Scheuklappen. Ökobilanzen sind eine gute Entscheidungsgrundlage für den Einsatz von Verpackungsarten. Letztendlich wird eine Vielzahl unterschiedlicher Maßnahmen am zielführendsten sein. Mehrweg ist in bestimmten Fällen sinnvoll, darf aber kein Selbstzweck sein, wenn andere Alternativen nachhaltiger sind“, so Gründling.

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