Energieverbände wollen Energiesektoren stärker koppeln

Foto: Gasleitung

Oesterreichs Energie und der Fachverband Gas Wärme sehen in der Sektorkopplung von Strom, Gas und Wärme eine einmalige Chance für einen „Green Recovery“. Um den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien stemmen und gleichzeitig Vorteile für die Volkswirtschaft generieren zu können, braucht es Investitionen in die Energieinfrastruktur und Speicher. Sie sind das Rückgrat eines immer volatiler werdenden Energiesystems.

Wien (OTS) – Leonhard Schitter, Präsident von Oesterreichs Energie sagt: „Mit der Sektorkopplung können wir eine sichere Versorgung und leistbare Preise für saubere Energie sicherstellen und obendrein tausende Arbeitsplätze schaffen, indem wir in die Energiezukunft investieren.

Peter Weinelt, Obmann des Fachverbands Gas Wärme ergänzt: „Gerade jetzt, zum Wiederaufbau der Wirtschaft in der aktuellen COVID-Krise, brauchen wir langfristige Zielsetzungen und sichere sowie konstante Rahmenbedingungen, um die notwendigen Investitionen absichern zu können. Das trifft auf Sonnen- und Windenergie zu, aber auch auf die Gasinfrastruktur, die die Umwandlung von erneuerbarem Strom in speicherbares Gas ermöglicht.

Mit der Sektorkopplung verschmelzen die verschiedenen Energiesektoren zu einem System: So wird überschüssiger grüner Strom zu Wasserstoff oder synthetischem Gas verarbeitet, kann in Gasleitungen transportiert, in Gasspeichern aufbewahrt und in Gaskraftwerken wieder in Strom und Wärme umgewandelt werden.

Ziele der Energieverbände

Oesterreichs Energie und der Fachverband Gas Wärme haben ein gemeinsames Positionspapier mit Rahmenbedingungen zur Sektorkopplung erarbeitet: Sie wollen alle bestehenden Möglichkeiten nützen, also Strom-, Gas- und Fernwärmeleitungen, die Gasspeicher, Pumpspeicher und Wärmespeicher sowie die hocheffizienten KWK-Anlagen und Gaskraftwerke, damit das Energiesystem sicher und leistbar dekarbonisiert werden kann. Um diese Ziele zu erreichen braucht es laut den Energieverbänden:

  • Eine ganzheitliche Betrachtung des Energiemarktes. Nur durch eine gemeinsame Planung der Strom-, Gas- und Fernwärmeinfrastruktur kann die Energiewende zu geringeren Kosten gelingen und gleichzeitig die Versorgungssicherheit erhöhen.
  • Technologieoffenheit und eine Gleichbehandlung aller Energieträger auf Basis ihrer Emissionen und zwar gemäß dem heimischen Erzeugungsmix werden am Weg zur Klimaneutralität benötigt.
  • Um die Sektorkopplung marktwirtschaftlich attraktiv zu gestalten, müssen regulatorische Hemmnisse abgebaut werden.
  • Förderprogramme sowie Förderschwerpunkte für Technologien zur Umsetzung der Sektorkopplung sind dringend erforderlich, damit Implementierungsprojekte, wie die Elektrolyse, Power-to-Gas, Power-to-Heat sowie weitere umgesetzt werden können.
  • Eine Vermeidung der Doppelbesteuerungen. Soweit rechtlich möglich und wirtschaftlich sinnvoll wünschen sich beide Verbände eine Befreiung der Sektorkopplungs-Prozesse von Netzgebühren, Abgaben und Umlagen.

Download Positionspapier Sektorkopplung: https://bit.ly/2XpT1VY

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