E-Transition ist wachsendes Investmenttarget

Foto: Andreas Willenbacher (Willenbacher Advisory), Adrien Dumas (CIO Mandarine Gestion), Katja Boeder (Director International Markets & Client Solutions, Mandarine Gestion), Manfred Kainz
Andreas Willenbacher (Willenbacher Advisory), Adrien Dumas (CIO Mandarine Gestion), Katja Boeder (Director International Markets & Client Solutions, Mandarine Gestion), Manfred Kainz

Net Zero Emissionen bis 2050 zu erreichen, bedeutet nichts weniger als den kompletten Wandel des globalen Energiesystems. Dieses ehrgeizige Szenario, u.a. formuliert von der Internationalen Energieagentur IEA, ist Ausgangsbasis der Investmentsphilosophie von Adrien Dumas (am Bild 2. v.li.). Er ist Aktienmanager und Chief Investment Officer bei Mandarine Gestion, einer Asset Management Gesellschaft mit Sitz in Paris und Teil der Französischen LFPI-Gruppe: mit rd. 30 Milliarden Euro under Management eine der bedeutendsten (banken-)unabhängigen Kapitalanlagegesellschaften für die wesentlichen Anlageklassen Aktien, Anleihen und Multi-Assets.

Energiewandel

Bei seinem Besuch in Wien sah Dumas „den Energiewandel und den ökologischen Wandel als Vektoren des Wachstums und des Risikomanagements“. Der Franzose managt den Mandarine „Global Transition“ Aktienfonds; in der aktuell „neuen Ära der geopolitischen Polarisisierung“ gebe es das Rennen um Einfluss der Supermächte in den Sphären Finanzwesen, Sicherheit, Marktzugang, politische Normen, Technologien…und eben „kritische Ressourcen und Energie“. Die Energiekosten werden der „competitive factor“ sein; Energiesouveränität und Energieautonomie sei daher für EU-Europa wettbewerbsstrategisch entscheidend. Wobei die Energiewende mehrere Themen und damit Märkte habe: Erneuerbare Energien, KI-Befeuerung (nicht nur die globalen „Hyperscalers“ haben steigenden E-Bedarf), strategische Industrien & E-Infrastructure, E-Mobilität, Energieeffizienz sowie Biotreibstoffe.

Lösungsanbieter & Übergang

Zur Selektion aus dem „Universum Wandel“ mit rund 2500 in Frage kommenden Unternehmen weltweit integriert Dumas im Investmentprozess daher „ESG-Filter“ und „viel klimabezogenes Risk-Management & -Monitoring“ . Sein pragmatisches Fondsmanagement beruht auf drei Anlagesäulen: 1. „Native“ Unternehmen (Erneuerbare Energien, Kreislaufwirtschaft, CO2-arme Branchen), 2. „Solution Providers“ zur Senkung des ökologischen Fussabdruckes und 3. „Akteure im Wandel“, wo die Dekarbonisierung voll im Gange ist und den Anteil an „sauberen Aktiva“ laufend erhöht.

Aktives Management

In der geographischen Asset-Aufteilung liegen die USA vor Frankreich, Kanada und Deutschland. Aus Österreich war der Energieversorger Verbund lange Zeit enthalten; die Lenzing AG ist im Fonduniversum von grundsätzlich in Frage kommenden Gesellschaften.

Es gibt keine „brown shares“ im Fonds. Mit dem ESG-Team von Mandarine Gestion nimmt das Fondsmanagement bei den Annual General Meetings (Hauptversammlungen) ihrer Portfoliounternehmen aktiv ihre Auskunfts- und Abstimmungsrechte zur Verbesserung der ESG-Targets und der CO2-Footprints der AGs wahr.

Obwohl der Fondsname die Kategorie „Transition“ gemäss des neuen Art. 7 der EU Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR) nahelegt, „bleiben wir ein Artikel 9 Fonds“ nach der Definition der EU-Offenlegungsverordnung, betont Dumas.

(Text & Foto: Mag. Manfred Kainz)

Am Bild v.li: Andreas Willenbacher (Willenbacher Advisory), Adrien Dumas (CIO Mandarine Gestion), Katja Boeder (Director International Markets & Client Solutions, Mandarine Gestion), Manfred Kainz