Brantner green solutions bringt Glas aus der Müllverbrennung zurück in den Kreislauf

Foto: Brantner green solutions - Manfred Vogl, Josef Scheidl, Reinhard Griessler © Brantner
Brantner green solutions - Manfred Vogl, Josef Scheidl, Reinhard Griessler © Brantner

Der internationale Kreislaufwirtschaftsexperte Brantner green solutions aus Krems (Niederösterreich) stellt seine neueste Entwicklung vor: Durch die innovative Recycling-Anlage “Glasy” gelingt es erstmals, Glas aus den Rückständen der Restmüllverbrennung mit einem Reinheitsgrad von 99,9999 Prozent rückzugewinnen. Diese Lösung zählt als weltweit erste Technologie dieser Art. Die erste Anlage in Hohenruppersdorf (Bezirk Gänserndorf) ging am 27. November 2026 in den Regelbetrieb. Das Investitionsvolumen belief sich auf rund 5 Mio. Euro.

Brantner green solutions liefert mit “Glasy” die Lösung für ein seit Langem bestehendes Problem. Bei der Restmüllverbrennung bleiben sehr viele Stoffe erhalten, die problemlos weiterverwendet werden könnten. Manche der rund 600.000 Tonnen Verbrennungsrückstände, die sich jährlich in österreichischen Verbrennungsanlagen anhäufen, haben dabei einen Glas-Anteil von bis zu 30 Prozent. Bisherige Sortierverfahren reichten allerdings nicht aus, um das abgetrennte Glas effektiv zu recyceln. Da verunreinigte Glasrückstände nicht als Sekundärrohstoff zur Produktion von Verpackungsglas verwendet werden können, landen sie normalerweise auf der Deponie.

Das hat sich nun geändert: Dank des neuen und revolutionären Aufbereitungsverfahrens können diese Rückstände zu Verpackungsglas, Glasperlen oder Dämmstoffen wie Schaumglas weiterverarbeitet werden. Aus weißen Glasscherben werden z.B. wieder Marmeladegläser, aus braunen Bierflaschen und aus grünen Weinflaschen. Das schont nicht nur natürliche Rohstoffe und spart CO₂-Emissionen und Energie, sondern ermöglicht eine nahezu lückenlose Wiederverwertung bei gleichzeitiger Vermeidung der Deponierung von wertvollen Rohstoffen. Das schafft für die österreichische Industrie nicht nur ökologische Vorteile, sondern auch ökonomische und sichert damit lokale heimische Arbeitsplätze.

Tausende Tonnen Glas zurück in den Kreislauf bringen

“Bisher war es technisch nur möglich, Glas mit einem geringeren Reinheitsgrad   zurückzugewinnen, dieses war durch Metalle und Mineralien verunreinigt. Mit unserer neuen Anlage erreichen wir nun einen Reinheitsgrad von 99,9999 Prozent. Das sortierte Glas kann somit sofort von der Verpackungsindustrie als Sekundärrohstoff eingesetzt werden“, freut sich Josef Scheidl, Geschäftsführer von Brantner green solutions.

Auf diese Weise können mit der Brantner Glasy Anlage rund 20.000 Tonnen Glas aus Müllverbrennungsrückständen zurückgewonnen werden. Dadurch spart die Verpackungsindustrie große Mengen an Primärrohstoffen wie Quarzsand, Soda und Kalkstein, die nicht mehr abgebaut werden müssen. Ebenso wird der hohe Strom- und Gasverbrauch, der bei der Neuglasproduktion anfällt, deutlich reduziert.

Aus Forschung wird Innovation Die Idee zu “Glasy” entstand bereits 2021. In Zusammenarbeit mit den Spezialisten der Brantner Forschungsabteilung, der Glasindustrie und unseren Anlagenbauern wurde ein alltagstaugliches Verfahren entwickelt und in zahlreichen Tests erprobt. Im Frühjahr 2025 folgte der Bau der Anlage am Brantner-Standort Hohenruppersdorf, die Glas aus Müllverbrennungsasche so rein aufbereitet, dass es wieder in die Verpackungs- oder Glasperlenproduktion zurückgeführt werden kann. Das Projekt wurde von Brantner green solutions in Eigenleistung umgesetzt. Unterstützt wurde das Projekt durch die Umweltförderung des BMLUK der Bundesregierung und abgewickelt durch die Kommunalkredit Public Consulting (KPC). Dank gilt auch unseren langjährigen Partnern Austria Glas Recycling, MA 48, LINZ AG ABFALL und Stoelzle Oberglas GmbH deren Expertise miteingeflossen ist.